Neue Strafuntersuchung im Fall Vincenz

Raiffeisen Die Zürcher Staatsanwaltschaft eröffnet im Fall Vincenz eine Strafuntersuchung gegen unbekannt wegen Bankgeheimnisverletzung.

Der Fall um den Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist um ein Kapitel reicher. Die Zürcher Staatsanwaltschaft III eröffnet eine Strafuntersuchung gegen unbekannt wegen Bankgeheimnisverletzung. «Wir können die Eröffnung einer solchen Strafuntersuchung bestätigen», sagt Sprecher Erich Wenzinger nach Recherchen der «Handelszeitung».

Hintergrund der neuen Strafuntersuchung ist die Publikation von privaten Banktransaktionen im Jahr 2016. Damals veröffentlichte der Finanzblog «Inside Paradeplatz» detaillierte Informationen zu Transaktionen des Ex-Aduno-Chefs Beat Stocker von seinen Konti bei der Bank Julius Bär. Unter anderem flossen dabei Millionenbeträge an seinen Freund und Geschäftspartner Pierin Vincenz. Gegen beide, Vincenz und Stocker, läuft seit bald zwei Jahren eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Ex-Kadermann der Bank Julius Bär

Aufgeschreckt durch die wiederholten Indiskretionen und Finanzdetails gab die Bank Julius Bär im Herbst 2016  eine interne Untersuchung in Auftrag: Sie sollte herausfinden, wer im Finanzkonzern die mutmassliche  Bankgeheimnisverletzung begangen habe. Gemäss mehreren Quellen förderte die Untersuchung, die eine externe Anwaltskanzlei durchführte, damals drei Tatverdächtige zutage. Besonders brisant: Einer davon soll ein ehemaliger Kadermann der börsenkotierten Bank sein, sagen zwei Insider übereinstimmend. 

Strafbarkeit des Geheimnisverrats im Fall Vincenz

Die Verletzung des Bankgeheimnisses ist ein Offizialdelikt. Es droht eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Dies gilt für den, der ein Geheimnis offenbart, das ihm in seiner Eigenschaft als Organ, Angestellter, Beauftragter oder Liquidator einer Bank anvertraut worden ist. Gleichermassen macht sich aber auch strafbar, wer dieses Geheimnis weiteren Personen offenbart.

Ständerat als Wasserträger der Grossbanken

Steuerabzug auf Auslandbussen Geht es nach den Politikern der kleinen Kammer, dem Ständerat, sollen Schweizer Unternehmen im Ausland verhängte Bussen von den Steuern abziehen können. Dies dann, wenn das dortige Verfahren gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstösst. Oder dann, wenn die Schweizer Firma alles Zumutbare unternommen hat, um sich rechtskonform zu verhalten.

Die Abzugsfähigkeit dieser Bussen sollen jeweils die hiesigen Steuerbehörden prüfen. Das jedoch führt zu absurden Verhältnissen: Die Schweizer Steuervögte müssten über ausländische Strafurteile richten und ermessen, ob der Konzern im Ausland auch wirklich alles Menschenmögliche unternommen hat, sich gesetzeskonform zu verhalten. Es wäre die pure Rechtsanmassung. Deshalb lehnen Bund und Kantone die Abzugsfähigkeit grundsätzlich ab.

Keine Bananenrepubliken

Hinzu kommt, dass all die Multimillionenbussen der letzten Jahrzehnte für Schweizer Konzerne nicht in Bananenrepubliken anfielen, sondern in demokratischen Rechtsstaaten wie den USA.

Es entsteht deshalb der Eindruck, dass sich die Mehrheit des Ständerats zum Wasserträger der Grossbanken gemacht hat, namentlich der UBS. Die Bank wittert in ihrem Frankreich-Steuerfall Politjustiz und hofft nun wenigstens, die drohende Milliardenbusse von den Steuern absetzen zu können.

Postfinance – Die Post-Finanzkrise

Postfinance Sinkende Erträge, schmelzende Zinsmarge – und Kunden ziehen Geld ab. Die Bank steht am Scheideweg. Vier Strategien, wie die Postfinance sich neu aufstellen könnte.

Jedes Quartal dasselbe Bild: Die Postfinance verdient weniger, Kunden ziehen Gelder ab, das Aufwands-Ertrags-Verhältnis steigt. Die Staatsbank steckt in einer Sackgasse. Noch immer hängt der Ertrag der Postfinance zu 60 Prozent am Zinsdifferenzgeschäft. Doch im Kerngeschäft fehlt der Bank ein Standbein: Sie darf keine Kredite vergeben, wodurch die Bank die Einlagen in Anleihen solider Schuldner anlegen muss. Nur: Im Tiefzinsumfeld werfen diese Qualitätsobligationen kaum mehr etwas ab. Die Postfinance steckt in der Zinsfalle.

Gleichzeitig stellt sich für die eidgenössische Bank die Sinnfrage: Die Existenzberechtigung der Postfinance bestehe in der Grundversorgung der Bevölkerung mit Zahlungsverkehrsdienstleistungen, sagt der emeritierte Bankenprofessor Urs Birchler. Dazu gehöre ein Netz von zu Fuss erreichbaren Filialen und eine Staatsgarantie für Postfinance-Gelder. Doch das Filialnetz spiele nur noch bei einem kleinen Teil der Bevölkerung eine Rolle. Ein Immigrant, der kein Deutsch spreche, oder eine Betagte, die nicht mehr gut sehe, seien am Postschalter meist besser aufgehoben als bei einer Geschäftsbank. «Alle andern zahlen heute mit Kreditkarte oder Handy; für die grosse Mehrheit ist die Postfinance ein Relikt.»

Aufschieben des Postfinance Problems

Und auch die Staatsgarantie sei kein Alleinstellungsmerkmal, so Birchler. Gelder bei Geschäftsbanken seien durch den Einlegerschutz bis 100 000 Franken abgedeckt. «Wer noch sicherer sein möchte, geht zu einer Kantonalbank», sagt der Bankenprofessor. Er zweifelt deshalb an der Raison d’être der Postfinance: «Eine Institution, die es nicht braucht, verschwindet langfristig letztlich von selbst.» Es gehe nur darum, welches die schmerzloseste Variante darstelle. Sie bestehe selten im Aufschieben des Problems.

Ganz so apodiktisch ist Andreas Dietrich, Bankenprofessor an der Hochschule Luzern, nicht. Er fordert aber eine klarere Positionierung: «Die Postfinance verkauft sich in ihrer neuen Werbung als cool und digital und macht so einen auf Revolut, will aber auf der anderen Seite eine normale Bank sein mit Negativzinsen und Kontoführungsgebühren. Das passt so nicht zusammen.»

Die Post-Tochter solle auf ihre 2,5 Millionen Kunden setzen, denn diese seien ihr Alleinstellungsmerkmal. «Bei so vielen Kunden muss man ein Ökosystem mit verschiedenen Dienstleistungen aufbauen.» Zwar habe die Postfinance durchaus viele Produkte lanciert, sagt Dietrich, «doch sie verkauft das viel zu schlecht, ich spüre sie nicht».

STRATEGIE 1 PAYMENT: Auf Kernkompetenz konzentrieren

Die Postfinance hat eine klare DNA: Zahlungsverkehr. Der Postcheckdienst wurde vor mehr als hundert Jahren gegründet (siehe Infobox), um dem «kleinen Mann» Geldüberweisungen zu ermöglichen. Später eröffneten Herr und Frau Schweizer ein Postcheckkonto, um Einzahlungsscheine verteilen zu können, im Ausland kostenlos Bargeld zu beziehen oder – ohne Jahresgebühr – mit der Postcard zu bezahlen. Das Zahlungssystem der Post sei «bis zum Ende des 20. Jahrhunderts von der Mehrheit der Bevölkerung genutzt» worden, hält das «Historische Lexikon der Schweiz» fest. Man beachte die Vergangenheitsform.

Diese Positionierung hat die Post aufgegeben. Längst bieten auch andere Banken einfache Werkzeuge für die täglichen Zahlungen an. Die Postfinance hat ihre Avantgarde-Positionierung aufgegeben und damit auch ihre Einzigartigkeit. Konto und Postfinance Card kosten gleich viel wie bei Banken, die Payment-App Twint wird heute vom SIX-Konsortium gesteuert und selbst die von der Postfinance ausgegebenen Kreditkarten werden von der UBS verwaltet. Payment-DNS? Fehlanzeige.

Zurück zu den Wurzeln zu kehren, bedeutet, sich kompromisslos auf Kernkompetenzen zu konzentrieren: auf den besten und einfachsten Zahlungsverkehr mit Überweisungen in Echtzeit, intuitiv zu bedienende Apps und Internetlösungen, Kreditkarten mit Transparenz und besseren Konditionen als bei den Banken, über offene Schnittstellen eingebundene Drittanbieter. Kurz gesagt: auf Services.

«Lässt sich damit Geld verdienen?», fragen Kritiker. «Hat das Zukunft?» Dass Neobanken und Quereinsteiger wie Revolut oder Apple mit Zahlprodukten auf Kundenfang gehen, müsste zumindest hellhörig machen. Einst tat das auch die Post.

STRATEGIE 2 DIVERSIFIKATION: Postfinance hin zum Vermögensverwalter

Zwar konnte die Postfinance ihre Abhängigkeit vom Zinsdifferenzgeschäft in den letzten Jahren etwas reduzieren. Zum Beispiel durch die Vermittlung von Hypotheken oder eine Erhöhung der Kontogebühren. Doch noch immer stammen rund 60 Prozent der Erträge aus dem Geschäft mit den Zinsen. Dies ist insofern problematisch, als die Postfinance per Gesetz «keine Kredite und Hypotheken an Dritte» vergeben darf. Sie muss die Kundengelder in sichere Obligationen mit entsprechend mageren Renditen anlegen. Zwar hat der Bundesrat im Herbst 2018 beschlossen, das Kreditvergabeverbot aufzuheben. Aber angesichts der starken Kantonalbank-Lobby im Ständerat dürfte dieses Vorhaben einen schweren Stand haben.

Eine Diversifikation der Ertragsströme – weg vom Zinsgeschäft – tut also not. Beispielsweise, indem die Postfinance ihre Einlagen viel stärker bewirtschaftet als bisher. Von gegenwärtig rund 120 Milliarden Franken an Kundenvermögen sind nur knapp 10 Prozent in Anlagelösungen wie Wertschriften oder Versicherungen investiert. Mehr Geld in Anlagen würde das Kommissionsgeschäft ankurbeln.

Doch der Schritt vom Zahlungsdienstleister für die breite Masse zum individualisierten Vermögensverwalter bereitet der Postfinance grosse Mühe. Die Staatsbank verfügt nicht über ein breites Filialnetz mit qualifizierten Bankberatern: Anlagelösungen am Postschalter zu verkaufen, hat bereits zur Jahrtausendwende mit dem Soleil-Fonds nicht funktioniert. Deshalb kündigte die Postfinance bereits im Herbst 2015 eine digitale Anlagelösung zusammen mit Swissquote als Partner an. Doch die Zusammenarbeit scheiterte. Nun soll im ersten Halbjahr 2020 ein eigens entwickelter Robo-Advisor lanciert werden. Man darf gespannt sein.

STRATEGIE 3 DIGITALE PLATTFORM: Orchestrator im offenen Ökosystem

Die grosse Stärke der Postfinance seien die 2,8 Millionen Kunden, findet der Luzerner Bankenprofessor Andreas Dietrich. Diese Vertriebskraft gelte es zu nutzen. Zwar hat das die Postfinance in der Vergangenheit durchaus getan. Oft aber blieb es beim Versuch oder der Ankündigung. Letztlich fehlt eine konsequente Umsetzung.

Wer sich als Zentrum eines Ökosystems versteht, muss vor allem Schnittstellen anbieten. Wirtschaftlich betrachtet heisst das, dass die Postfinance Dienstleistungen nicht selbst anbietet, sondern jene von Drittanbietern vermittelt – und sich dafür abgelten lässt. Das können Anlagelösungen oder Versicherungspolicen sein. Vielleicht aber auch Telekomverträge oder Flugreisen. Die Bank Cler versucht das mit ihrem Gratiskonto Zak. Dieses vermittelt unter anderem Policen der Baloise oder lässt die Bankkunden für Produkte sparen, die dann direkt beim Coop-Shop Microspot erworben werden können. Wirklich konsequent ist eine solche Strategie aber erst, wenn die Plattform offen ist und Konkurrenten gegeneinander ausgespielt werden können.

Technisch bedeutet die Strategie Ökosystem eine Öffnung von Datenschnittstellen. Postfinance-Kunden sollten nicht nur mit Twint bezahlen können, sondern auch Apple Pay, Samsung Pay und dereinst vielleicht auch Facebook und Revolut direkt an ihr Konto anbinden können. Firmenkunden sollten mit wenig Aufwand ihre Buchhaltungssysteme mit den Bankkonten abgleichen können. Die Schweizer Banken wehren sich noch immer gegen Open-Banking-Tendenzen, wie sie in der EU mittlerweile vorgeschrieben sind. Als Kartellbrecherin könnte die Postfinance all jene Kunden abholen, die sich an der Defensivstrategie ihrer Hausbanken stören. Und davon gibt es viele.

STRATEGIE 4 BACKOFFICE: Postfinance als Banken-Dienstleister

UBS-Chef Sergio Ermotti hat schon mehrfach öffentlich die Idee einer Schweizer «Superbank» in die Runde geworfen, über welche die hiesigen Institute gemeinsam ihre nicht differenzierenden Dienste, zum Beispiel im Zahlungsverkehr, abwickeln könnten. Ein gemeinsames Backoffice könnte zumindest auf dem Papier gewaltige Skaleneffekte generieren, was dem Finanzplatz als Ganzes zugutekäme. Allerdings wäre die Komplexität einer Super-IT-Plattform ebenfalls ausufernd, sodass die natürliche Partnerin für ein derartiges Infrastrukturvorhaben, die Börsenbetreiberin SIX, schon vor geraumer Zeit Ermottis Ansinnen eine Absage erteilt hat.

Nun könnte die Postfinance in die Bresche springen. Nicht zuletzt, weil ihr bisheriger Grundversorgungsauftrag, nämlich der Bevölkerung Zahlungsverkehrsdienstleistungen zu offerieren, durch Digitalisierung und Konvergenz zusehends obsolet wird. Das Staatsinstitut könnte dazu seine 2,8 Millionen Endkunden meistbietend an die Privatinstitute oder die parastaatlichen Kantonalbanken verkaufen und mit dem Erlös ein eidgenössisches Banken-Backbone aufbauen.

Mit dem Rückzug aus dem Retailbanking würde sich die Postfinance zudem auf ihre historischen Stärken als Zahlungs-Massenverarbeiter besinnen, Zudem hätte der Staatsdienstleister die Grösse und die finanziellen Mittel, um in Zukunftstechnologien wie industrielle Compliance-Checks oder eine automatisierte Hypothekenabwicklung zu investieren. Mit dieser B2B-Strategie würden sowohl die Kreditverbots- wie auch die Privatisierungsfrage hinfällig. Die Postfinance würde zum zentralen Infrastrukturpartner der privaten Geschäftsbanken, die sich auf ihre Endkunden konzentrieren könnten.

Geldwäsche PDVSA – Die Banker der Sozialisten

PDVSA Milliarden aus Venezuelas Ölkonzern wurden veruntreut. Mittendrin: Schweizer Banken. Ihnen droht Ungemach.

Die Firma Telsey Managers residiert in Florida. An der Sunnyland Lane in Wellington nahe Boca Raton. Der Firmensitz ist eine palmengesäumte Villa samt Gestüt und Spa. Die US-Justiz beschlagnahmte die Residenz vor einem Jahr und fror die Vermögenswerte bei der Zürcher Bank EFG International ein. Telsey gehört Alejandro Andrade, der unter Hugo Chàvez venezolanischer Finanzminister war. Andrade, der auch ein Privatkonto bei der Tessiner BSI besass, sitzt inzwischen in den USA im Gefängnis. Verurteilt zu zehn Jahren wegen Geldwäscherei.

Der einstige Säckelmeister Venezuelas hat über 1 Milliarde Dollar Schmiergeld erhalten. Im Gegenzug gewährte Andrade den Boliburgos – der sozialistischen Wirtschaftselite – Zugang zum staatlichen Wechselkurs-Regime. Der Zugang ermöglichte aufgeblähte Devisengewinne in Milliardenhöhe. Dazu nahmen korrupte Manager der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA bei den Boliburgos Scheinkredite in Lokalwährung auf. Erstattet wurden die Darlehen zum staatlichen Vorzugskurs in US-Dollar. Die Erträge aus dem Geldwäsche-Schema gingen hernach über diverse Schachtelfirmen und Mittelsmänner auch auf Schweizer Bankkonten. Und von dort meist weiter in die USA, wo die Salonsozialisten unter der Sonne Floridas dem Kapitalismus frönten.

PDVSA Provisionen in Millionenhöhe erhalten

Auf Druck der Amerikaner sind nun Justizbehörden rund um den Globus dabei, diesen Raubzug am Volksvermögen zu ahnden. So auch in der Schweiz. «Beim Bundesamt für Justiz (BJ) sind im PDVSA-Verfahrenskomplex rund ein Dutzend Rechtshilfeersuchen eingegangen», sagt eine BJ-Sprecherin. Eines davon hat das US-Justizministerium im März 2018 gestellt. In einem Urteil des Bundesstrafgericht, heisst es dazu: «Mehr als 4,5 Milliarden Dollar wurden unterschlagen, hauptsächlich durch die Eröffnung von Konten in der Schweiz durch B. Er soll auch 22 Millionen Dollar durch Provisionen erhalten haben, von denen einige für den Kauf von Immobilien in den Vereinigten Staaten verwendet wurden.»

Es handelt sich dabei um den bislang grössten Fall im PDVSA-Komplex. Hinter B. verbirgt sich ein 43-jähriger Franzose, der zwischen 2011 und 2013 als Direktor für die Genfer Compagnie Bancaire Helvétique (CBH) arbeitete. B. war der Vertrauensbanker zweier Boliburgos. «Er hat dafür gesorgt, dass die veruntreuten Dollar von PDVSA-Konten auf CBH-Konten flossen. Dazu nutzte er zahlreiche Mantelgesellschaften, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, indem ein einzelnes Unternehmen zu hohe Beträge erhielt», schreiben die US-Strafverfolger in einem Memo an die Schweizer Behörden, aus dem der «Miami Herald» jüngst zitierte. Das Schema belaufe sich auf 4,5 Milliarden Dollar, «wobei ein Grossteil dieses Betrags über CBH abgewickelt wurde». Ein Anwalt der Bank schreibt auf Anfrage, dass der Artikel «falsche und diffamierende Aussagen» enthalte: CBH ergreife dagegen «entsprechende Massnahmen». Doch nicht nur die US-Zeitung sieht die Genfer Bank im Venezuela-Sumpf: Gemäss dem Blog «Infodio» flossen 3,5 Milliarden Dollar über Konten der CBH, die restliche Milliarde über EFG. Die Zürcher Bank will sich nicht äussern.

Ein lukratives Geschäft mit PDVSA GeldernPè

Hinweise auf grössere Währungstransaktionen finden sich auch im CBH-Abschluss. Im Jahr 2012 stieg der Handelsgewinn der Genfer nämlich sprunghaft an, «was zum Teil auf einige Kunden zurückzuführen ist, die sehr aktiv in Währungstransaktion sind». Die Erträge aus dem Devisenhandel betrugen damals 26 Millionen Franken. Ein Plus von 240 Prozent.

Ab 2012 flossen PDVSA-Gelder von der Miami-Filiale der inzwischen liquidierten Banco Espirito Santo auf CBH- und EFG-Konten und von dort weiter. Dokumentiert ist beispielsweise ein Einzeltransfer über 367 Millionen Dollar von einem Schweizer Konto. Ein lukratives Geschäft: Der CBH-Banker verdiente gemäss «Miami Herald» 75 Basispunkte an jeder Ein- und Auszahlung und machte so mit den Boliburgos 22 Millionen Dollar an Provisionen, die er in Liegenschaften in Miami Beach und der Karibik investierte.

Panama-Firmen vor Bundesgericht

Jene 4,5 Milliarden an aufgeblähten Devisendeals sind allerdings nur ein Verfahrensstrang. Der PDVSA-Fall hat noch weitere. Einer wurde vor wenigen Wochen als US-Rechtshilfegesuch vor dem Bundesgericht in Lausanne verhandelt. Es geht um vier Panama-Gesellschaften mit Schweizer Bankkonten, die einem venezolanischen Geschäftsmann gehören. Der Mann hat sich im Frühsommer in Houston schuldig bekannt, den General Manager einer PDVSA-Einkaufsgesellschaft mit 650 000 Dollar bestochen zu haben, um Aufträge abzusichern. Das Schmiergeld floss in Tranchen von Schweizer Konten. Die edierten Bankunterlagen füllen gemäss Bundesgerichtsurteil «33 Bundesordner».

Um die Bestechungsgelder zu parken, setzte der PDVSA-Manager hernach auf die Dienste einer Zürcher Vermögensverwalterin. Die 52-jährige Schweizerin wurde im Juli in Italien aufgrund eines internationalen Haftbefehls der Amerikaner verhaftet. Die externe Vermögensverwalterin benötigte kontoführende Banken für ihre Lateinamerika-Kundschaft. Gemäss einer gut informierten Quelle arbeitete die Frau dabei unter anderem mit den External Asset Manager Desks der Credit Suisse und der Bank Julius Bär zusammen.

Sorgfaltspflichten verletzt

Gegen beide Banken hat die Finma ein Enforcement-Verfahren eröffnet, das auch deren Venezuela-Geschäft umfasst. Das Verfahren gegen die CS schloss die Aufsicht im September 2018 ab und stellte auch in Bezug auf PDVSA «Mängel bei der Einhaltung der Sorgfaltspflichten im Bereich der Geldwäschereibekämpfung» fest. Im selben Zeitraum weitete die Finma ihr Enforcement gegen Bär auf PDVSA aus. Gemäss NZZ soll die Zürcher Bank «700 heikle Venezuela-Konten» identifiziert haben. In Gerichtsunterlagen zu PDVSA-Fällen tauchen aber noch weitere Schweizer Banken auf wie etwa die Genfer HSBC Suisse oder das Tessiner Institut Zarattini.

Die Finma führe «verschiedene Enforcement-Verfahren», sagt ein Sprecher, «um konkreten Hinweisen auf Verstösse gegen die Geldwäschereibestimmungen mit Südamerika-Bezug nachzugehen». In einigen dieser Fälle werde auch das Verhalten im Zusammenhang mit PDVSA abgeklärt, so die Finma.

Chef von Bexio: «Excel ist unser grösster Konkurrent»

Bexio Jeremias Meier hat eine Software, die Kleinfirmen die Administration erleichtert. Seine Firma wächst zwar rasant, doch viel Potenzial liegt noch brach.

Statusgehabe geht Jeremias Meier ab. In Jeans und Turnschuhen empfängt der Bexio-Chef und Mitgründer zum Gespräch. Dabei hätten Unternehmer Meier und seine Kollegen allen Grund, die finanzielle Bodenhaftung zu verlieren. Im Sommer vor einem Jahr konnten sie den KMU-Softwareentwickler aus Rapperswil-Jona an die Mobiliar verkaufen. Der Versicherungskonzern soll gemäss Schätzungen des Branchenblogs «Inside IT» rund 115 Millionen Franken fürs Administrativ-Tool in der Cloud (siehe Box) hingeblättert haben – für eine Softwarefirma, die gemäss Bilanz noch per Mitte 2018 einen Verlustvortrag von gut 15 Millionen Franken ausgewiesen hatte.

Bürokratiegeplagte Gewerbler

Der kolportierte Übernahmepreis, den Meier nicht kommentieren mag, scheint überrissen. Doch nur auf den ersten Blick. Denn Bexio schickt sich mit der Mobiliar-Vertriebspower im Rücken an, zum eidgenössischen One-Stop-Shop für bürokratiegeplagte Kleinunternehmer zu werden. Es wartet ein grosser Markt: In der Schweiz haben rund eine halbe Millionen Firmen weniger als zehn Mitarbeitende, 300 000 davon sind gar Ein-Frau- beziehungsweise Ein-Mann-Betriebe. Diese heterogene Klientel will Meier mit seiner Bexio-Lösung beglücken, wobei das Kundenwachstum bislang für sich spricht: «Als wir die Verkaufsgespräche mit der Mobiliar starteten, hatten wir 10 000 Kunden. Jetzt haben wir mehr als 25 000 – und in drei bis vier Jahren sollen es rund 100 000 werden.»

Damit das gelingt, ist viel Aufbau- und Aufklärungsarbeit nötig. «Es fehlt den Kleinstunternehmern häufig das Wissen darüber, wie viel effizienter eine durchdigitalisierte Administration wäre. Hier haben wir Anbieter auch noch Hausaufgaben zu machen», sagt Meier und macht ein Beispiel: Bexio arbeitet derzeit mit dem Versicherer Swiss Life an einem Lohnbuchhaltungs-Tool, mit dem die Mitarbeiter automatisch versichert sind. «Solche Personenversicherungen sind für Kleinunternehmer am aufwendigsten und kompliziertesten in der Administration.» Denn jede Änderung im Mitarbeiterstamm, sei es beim Zivilstand oder im Beschäftigungsverhältnis, muss gemeldet werden. Geht eine Mutation vergessen, sind unter Umständen Nachzahlungen fällig.

Chef von Bexio sieht fragmentierte KMU-Landschaft

Mit der geplanten Integration eines Assekuranz-Bündels – bestehend aus Beruflicher Vorsorge, Kollektiv-Krankentaggeldversicherung und obligatorischer Unfallversicherung – wird das mühsame Meldewesen hinfällig.

Diese Automation ist nur ein Beispiel dafür, wie sich Kleinunternehmer dank digitalen Tools bürokratischen Aufwand und Ärger sparen können, wodurch mehr Zeit fürs Kerngeschäft bleibt. Allerdings ist die digitale Durchdringung der Administrativprozesse bei kleinen Unternehmen verhältnismässig bescheiden. Gemäss der OECD-Studie «SME and Entrepreneurship Outlook 2019» investieren die Schweizer Firmen zwar viel in die IT, aber bei der Nutzung von cloudbasierten Software-Diensten hinken sie ihren angelsächsischen oder skandinavischen Konkurrenten klar hinterher.

Schweiz ist nur Mittelfeld

Der Bundesrat kommt denn auch in einer jüngst publizierten Stellungnahme zu einer parlamentarischen Interpellation zum ernüchternden Fazit: «Bei den verfügbaren Daten nimmt die Schweiz meist einen Platz im Mittelfeld ein.» Dabei geht es um Indikatoren wie die Benutzung des Cloud Computing oder Mobile Computing oder die Breitband-Durchdringung. Allerdings ist der Pauschalbefund der Mittelmässigkeit mit Vorsicht zu geniessen, wie auch der Bundesrat in seiner Antwort betont: «Die Schweizer KMU-Landschaft ist sehr heterogen, weshalb Aussagen über alle KMU hinweg nur mit Vorsicht gemacht werden können.»

Diese Einschätzung teilt auch Bexio-Chef Jeremias Meier: «Im Long Tail sind die Unternehmen super fragmentiert.» Da gebe es sehr IT-affine Kleinfirmen, beispielsweise im Consulting, Marketing, in den Medien oder im Startup-Bereich. Auf der anderen Seite des Spektrums gebe es Kleingewerbler und Dienstleister – vom Schreiner über den Gartenbauer bis zum Putzinstitut, die im Kerngeschäft mit Informatik nichts am Hut haben. «Excel ist da unser grösster Konkurrent. Also so, wie man es halt bislang immer gemacht hat», sagt Meier.

Bexio arbeitet mit Gewerbeverband zusammen

Um auf Neudeutsch die «Awareness» für eine Cloud-Administration zu schaffen, will Bexio deshalb künftig mit dem physischen Agenturvertrieb seiner Konzernmutter Mobiliar zusammenspannen: Man sei daran, mögliche Standorte im Agenturnetz zu evaluieren, so Meier. Denn um an technikferne Kleinunternehmen zu kommen, reichen Webinars und andere Online-Kundenbindungstools nicht. Gefragt ist die persönliche Einführung vor Ort.

Deshalb arbeitet Bexio mit dem Schweizerischen Gewerbeverband in Workshops zusammen, um an der Basis herauszubekommen, weshalb die digitale Adaptionsrate unter Kleinunternehmern immer noch relativ tief ist.

Schweiz ohne Open Banking

Nebst Aufklärungsarbeit bei den Kunden hat die KMU-Softwareplattform in der Schweiz auch mit Schnittstellenproblemen zu kämpfen. So ist einer der Bexio-Trümpfe eigentlich die direkte Anbindung der jeweiligen Bankbeziehung eines KMU ans Administrationstool. Der Unternehmer kann also direkt aus der Cloud-Lösung heraus Rechnungen bezahlen oder offene Forderungen automatisch mit Zahlungseingängen abgleichen.

Ein solch holistischer Blick auf die finanziellen Verhältnisse ist allerdings nur möglich, wenn die kontoführende Bank ihre Schnittstellen für Bexio öffnet. Während in der EU mit der Payment Service Directive 2 alle Banken ihre Kontozugänge für Drittanbieter öffnen müssen, herrscht hierzulande Willkür. Gerade am Anfang sei es schwierig gewesen, Banken zur Zusammenarbeit zu bewegen, erinnert sich Meier. «Mit der UBS, die als erste mitgemacht hat, ist es dann leichter geworden.» Inzwischen hat Bexio grosse Finanzhäuser wie die Credit Suisse, ZKB, Postfinance oder Raiffeisen angebunden. Doch der Bexio-Chef ist unzufrieden mit dem «Swiss Finish» der Finanzbranche: «Die fehlende Standardisierung der Schnittstellen bringt Schweizer KMU einen Wettbewerbsnachteil. Proprietäre Quasi-Standards und lokale Initiativen sind meines Erachtens fehlgeleiteter Protektionismus. Gefragt ist eine Corporate API nach europäischem Vorbild.» Bis es so weit ist, bindet Bexio jährlich jeweils eine Handvoll Banken ans eigene System an.

Verrat an Vincenz & Co bleibt ohne Folgen

Fall Vincenz Mehrere Artikel machten vor drei Jahren private Banktransfers von Vincenz und Co. publik: ein Offizialdelikt. Doch die Staatsanwaltschaft bleibt untätig.

Die Affäre um den Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz tritt im Frühjahr 2016 der Finanzblog «Inside Paradeplatz» um den prämierten Zürcher Wirtschaftsjournalisten Lukas Hässig los: «Pierin Vincenz im Strudel wegen brisanter Zahlungen», lautet der erste einer Reihe von Artikeln, die sich um private Finanztransaktionen des Bündner Bankers und seiner Geschäftspartner drehen.

Der gleichlautende Vorwurf: Vincenz und Co. hätten in verschiedenen Übernahmedeals von Raiffeisen und Finanzdienstleister Aduno vorab verdeckt investiert und hernach beim offiziellen Kauf abkassiert. Seit bald zwei Jahren läuft dazu eine umfangreiche Strafuntersuchung der Zürcher Staatsanwaltschaft III für Wirtschaftsdelikte.

Um die happigen Vorwürfe zu untermauern, zitiert «Inside Paradeplatz» vor drei Jahren äusserst umfang- und kenntnisreich aus privaten Banktransaktionen zwischen den Beteiligten. Dreh- und Angelpunkt der kolportierten Indiskretionen ist dabei auffälligerweise stets die Kontenbeziehung von Beat Stocker bei der Zürcher Privatbank Julius Bär. Stocker war CEO von Aduno, die Vincenz lange Jahre präsidierte, und er gilt als enger Vertrauter des bekannten Bankmanagers.

Bereits im ersten Artikel vom Frühjahr 2016 ist von einer «Überweisung vom 3. Juli 2015 von Beat Stocker an Pierin Vincenz auf dessen privates Konto bei der Raiffeisen Lugano» die Rede. In Folgeartikeln doppelt der Finanzblog nach und summiert beispielsweise auf, wie viel Vincenz «in den letzten zehn Jahren auf Konti von Stocker bei der Zürcher Privatbank Julius Bär» zahlte. Der Zeitpunkt und die Beträge der Zahlungen würden den Verdacht wecken, dass Vincenz damit «Teil eines Konstrukts» sei, das zulasten der Genossenschafter der Raiffeisenbanken agiere.

Intime Transaktionsdetails

Was darauf folgt, sind weitere intime Transaktionsdetails: Mitte 2005 zahlt ein St. Galler Anwalt auf Stockers Bär-Konto 378 000 Franken ein. Knapp drei Monate später fliessen 375 000 Franken von jenem Konto an die Kartenfirma Commtrain. Im April 2007 werden 3,6 Millionen Franken von einem Raiffeisen-Konto in St. Gallen eingebucht. Am 27. April 2007 gehen 1,7 Millionen Franken von Stockers Bär-Konto an einen Ostschweizer Anwalt. Im Februar 2014 macht Pierin Vincenz zwei Einzahlungen über insgesamt eine halbe Million Franken auf das Konto des Ex-Aduno-Chefs. Und im Herbst 2014 schliesslich überweist ebendieser Beat Stocker 1 Million Franken an eine Luxemburger Firma namens Great Star. Kurzum: Auf «Inside Paradeplatz» ist ab Sommer 2016 Stockers Kontoaktivität – und damit indirekt auch Vincenz’ Finanzgebaren – für jedermann öffentlich einsehbar.

Bei der Bank Julius Bär schrillen die Alarmglocken ob der wiederholten Indiskretionen. Schliesslich kann solche Finanzflüsse nur kennen, wer Zugriff auf die Kontoauszüge von Bär-Kunde Beat Stocker hatte. Dabei ist die mutmassliche Bankgeheimnisverletzung kein Kavaliersdelikt. Gemäss Artikel 47 im Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen droht demjenigen eine Geldoder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, der «ein Geheimnis offenbart, das ihm in seiner Eigenschaft als Organ, Angestellter, Beauftragter oder Liquidator einer Bank» anvertraut worden ist. Gleichermassen strafbar macht sich, wer dieses Geheimnis «weiteren offenbart».

Bär zeigt keine Krallen im Fall Vincenz

Die Spitzen von Bär, allen voran der damalige Risiko-Chef Bernhard Hodler, werden schliesslich aktiv. Im Herbst 2016 gibt die Bankleitung eine interne Untersuchung in Auftrag, die herausfinden soll, wer im Finanzkonzern die mögliche Bankgeheimnisverletzung begangen hat. Man vermutet das Leck zunächst in der Compliance-Abteilung.

Eine externe Anwaltskanzlei wird mandatiert. Gemäss mehreren Quellen fördert die Untersuchung schliesslich drei mögliche Tatverdächtige zutage. Besonders brisant: Einer davon soll ein ehemaliger Kadermann der börsenkotierten Bank sein, sagen zwei Insider übereinstimmend. Ein Julius-Bär-Sprecher will sich zum Sachverhalt nicht äussern: «Zu vermuteten oder tatsächlichen Kundenbeziehungen und möglichen internen Untersuchungen können wir keine Stellung nehmen.»

Da der Urheber aber nicht abschliessend und ohne Zwangsmassnahmen auszumachen ist und die Wogen sich zunächst rasch glätten, lässt es die Führung um den damaligen Bär-Chef Boris Collardi beim internen Bericht bewenden. Aus der Eigenlogik der Bank ist dieses Verhalten hinsichtlich des Reputationsschutzes durchaus verständlich: Nicht zuletzt, weil weder Bär-Kunde Beat Stocker noch Pierin Vincenz als Direktbetroffene damals eine Strafanzeige wegen Bankgeheimnisverletzung gestellt haben.

Stocker wolle nicht gegen die Bank vorgehen, sagt heute eine Person aus seinem Umfeld: Man müsse die «eigenen Ressourcen» auf das laufende Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung konzentrieren. Lorenz Erni, der Strafverteidiger von Pierin Vincenz, will sich zu den möglichen rechtlichen Schritten seines Mandanten nicht äussern.

Umfangreiche Ermittlungen

Nun spielt es aber gar keine Rolle, ob Beat Stocker oder Pierin Vincenz als Direktbetroffene rechtliche Schritte einleiten. Vielmehr handelt es sich bei der Bankgeheimnisverletzung um eine Anlasstat, die von Amtes wegen («ex officio») untersucht werden muss: Gemäss geltendem Recht sei eine Bankgeheimnisverletzung nach Artikel 47 BankG ein Offizialdelikt, schreibt Erich Wenzinger von der Medienstelle der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft auf Anfrage. Im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen sei auch der «angesprochene Informationsfluss» ein «Thema»: «Da im vorliegenden Fall aber weder ein konkreter Tatverdacht zutage getreten ist und bislang auch keine Strafanzeige eingegangen ist, wurde keine Untersuchung eingeleitet.» Die Staatsanwaltschaft legt also die Hände in den Schoss, solange Vincenz und Co. nicht von sich aus aktiv werden.

Rechtsanwältin Monika Roth unterrichtet an der Hochschule Luzern Compliance Management und amtet als Vizepräsidentin des Strafgerichts im Kanton Baselland. Roth sieht in der Antwort der Zürcher Staatsanwaltschaft eine «reine Schutzbehauptung»: Mit der Publikation der detaillierten Finanztransaktionen liege ein konkreter, hinreichender Anfangsverdacht für ein Verfahren gegen Unbekannt vor. «Zumal die betroffene Bank ja den Sachverhalt einer möglichen Geheimnisverletzung selbst untersucht und offenbar mehrere Tatverdächtige ermittelt hat.» Im Gegensatz zum Finanzinstitut könnten die Zürcher Strafverfolger auf Zwangsmassnahmen wie Hausdurchsuchungen zurückgreifen. «Mir ist es ein Rätsel, weshalb die Staatsanwaltschaft die Umstände nicht abklärt.» Gut möglich also, dass die Indiskretionen am medialen Ursprung der Causa Vincenz noch zum Thema im laufenden Strafverfahren werden.

Verwaltungsräte – Zwischen Paschas und Patrons

Verwaltungsrat Die Aufgabe von Verwaltungsräten ist klar geregelt. Das Obligationenrecht sagt, VR hätten die «Oberleitung der Gesellschaft» samt Aufsicht über die Geschäftsleitung, und ihr Job sei, mit aller gebotenen Sorgfalt «die Interessen der Gesellschaft in guten Treuen» zu wahren.

Nur: In der praktischen Auslegung des Gesetzestextes liegt der Hund begraben. Was die Interessen der Gesellschaft sind und wie es sie bestmöglich zu wahren gilt, darüber herrscht zwischen Firmeneignern und ihren VR zusehends Dissens.

Massiv anspruchsvolleres Mandat

Zoff gab es allenthalben: Ob bei Comet, Meyer Burger, Panalpina, Sunrise oder Schmolz + Bickenbach – in wechselnden Konstellationen gerieten Aktionäre und Verwaltungsräte über Gesellschaftsinteressen einander in die Haare. Die Beispiele zeigen: Das Mandat ist massiv anspruchsvoller geworden.

Die Zeiten, als der VR ein paschahaftes Abnickergremium für altgediente Manager war, sind definitiv vorbei. Gefragt ist neben komplementären Fachkompetenzen auch viel Fingerspitzengefühl. Doch gerade die VR einiger kotierter Konzerne lassen dieses im Umgang mit streitbaren Aktionären missen.

Verwaltungsrat als Aufseher und Dienstleister

In Schweizer Boards greift ein Patron-Gehabe um sich, das mehr von persönlichem Eigennutz als vom Schutz der Gesellschaftsinteressen getrieben ist. Verwaltungsräte sollten sich daher auf ihre strategische Rolle als Aufseher und Dienstleister zurückbesinnen.

Gefragt sind kenntnisreiche Moderatoren der Aktionärsinteressen und keine selbstherrlichen Egomanen.

Proxy Solicitors – Die Strippenzieher

Proxy Solicitors Sie helfen Verwaltungsräten, Aktivisten abzuwehren und Generalversammlungen zu gewinnen.

Diese Beratungsboutiquen kennt niemand ausserhalb der Finanzszene. Sie heissen DF King, Morrow Sodali oder Georgeson. Und ihr Geschäft nennt sich Proxy Solicitation. Im Kern geht es darum, Börsenkonzernen und ihren Verwaltungsräten zu helfen, die eigenen Traktanden an den Generalversammlungen möglichst friktionslos durchzubringen und allfällige Querschläger abzuwehren. Solche GV-Dienste schlagen gemäss einem Insider gut und gerne mit einem tiefen sechsstelligen Betrag zu Buche. Hinzu kommt eine Success Fee von 50 Prozent.

Dass sich der Erfolg einstellt, ist dabei keinesfalls garantiert. Seit einigen Jahren nehmen die Kämpfe zwischen engagierten Eignern und Verwaltungsräten zu. Gerade Shareholder-Aktivisten aus Übersee haben Schweizer Firmen als neues Tummelfeld entdeckt. So zofften sich jüngst die Spitzen des Solarzulieferers Meyer Burger und des Baukonzerns Implenia mit ihren jeweiligen Grossaktionären. Aktivist Cevian kanzelte die Führung des Logistikers Panalpina ab. Die deutsche Freenet lag monatelang über Kreuz mit dem Sunrise-Präsidenten Peter Kurer. Und kürzlich entzweiten sich beim Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach mit Liwet und Martin Haefner zwei Miteigner.

Schmerzpunkte analysieren

«Wir haben ganz schön zu tun», sagt Andrea Bischoff. Die Ex-Journalistin leitet das DACH-Team für Morrow Sodali. Sie berät Unternehmen im Vorfeld von Generalversammlungen, auf dass sie ihre Eigner besser kennen und verstehen. Proxy Solicitation bedeute, so Bischoff, Traktanden darauf abzuklopfen, wo es «Bauchschmerzen geben könnte und wie diese zu behandeln wären». Gängige Schmerzpunkte seien die Entschädigungspolitik oder die VR-Wahl: Sind die Mitglieder wirklich unabhängig? Vereinen sie zu viele Mandate auf sich? Ist die Vergütung angemessen? Gerade solche Governance-Themen sind Einfallspforten für Shareholder-Aktivisten, um den Sukkurs anderer Investoren zu gewinnen. Auch wenn die eigentlichen Absichten der Aktivisten vielfach andere sind. Im Grundsatz gilt: «Eine Zustimmungsrate von unter 80 Prozent ist für das Board erklärungsbedürftig», sagt Bischoff.

Bei der Anamnese heikler Traktanden bleibe es nicht, sagt Cas Sydorowitz, Chef des Proxy-Solicitors-Mitbewerbers Georgeson. Er zieht seit den neunziger Jahren in der Schweiz bei Aktionärs-Fights die Strippen: Wenn Sydorowitz für den VR einer kotierten Firma arbeite, lasse er sich zunächst das Aktienregister geben. Danach analysiert der Proxy Solicitor im Detail das bisherige Abstimmungsverhalten der gewichtigsten Investoren – bei der betroffenen Firma, aber auch in ähnlichen Fällen. Und erst dann greift Sydorowitz zum Hörer, um das persönliche Gespräch zu suchen.

Proxy Solicitors bewegen zur Registrierung

Stets im Blick hat er dabei die Wahlbeteiligung in der Vergangenheit: In der Schweiz darf an einer GV nur abstimmen, wer zuvor seine Aktien registriert hat. Gerade ausländische Investoren kennen das Prozedere nicht oder scheuen es, weil bei einem späteren Verkauf die Aktien wieder abgemeldet werden müssen. «Ausländer zur Registrierung zu bewegen, gehört deshalb auch zu unserem Pflichtenheft», sagt Sydorovitz. Gerade in Situationen, wo es für die Board-Traktanden eng werden könnte, zählt jede registrierte Stimme.

Solche Feuerwehrübungen können die Grundlagenarbeit allerdings nicht ersetzen. «Engagement ist die beste Verteidigung», sagt Andrea Bischoff. Es sei deshalb zentral für den Verwaltungsrat, einen «gepflegten und langjährigen Dialog» mit den 15 bis 20 Topinvestoren zu führen und diesen stetig den Puls zu fühlen. Frei nach dem Motto: Nach der GV ist vor der GV. Denn in der Regel kaufen sich Aktivisten mit lediglich ein paar Prozenten ein und sind bei ihren Forderungen stets auf den Sukkurs anderer Shareholder angewiesen. Hat der Verwaltungsrat in einer solchen Situation einen guten Draht zum übrigen Aktionariat, hat der Aktivist Mühe.

Kontakt zu Stimmrechtsberatern

Allerdings ist der Dialog mit den Investmentriesen kein Spaziergang. Reichte vor ein paar Jahren etwas Small Talk in netter Umgebung, trainieren die Solicitors heute eigens die Verwaltungsräte, damit sie ihre Standpunkte bestmöglich kommunizieren. Schliesslich haben die Anlageprofis mittlerweile Governance-Teams. Sie entwickeln eigene, informierte Meinungen, stützen ihr Urteil aber auch auf Stimmrechtsberater wie ISS oder Glass Lewis ab. Es sei deshalb wichtig zu wissen, wann die Investoren von den Stimmempfehlungen abweichen, so Sydorovitz. Auch der Kontakt zu diesen Stimmrechtsberatern will geübt sein: Es sei zum Teil schwierig, mit ihnen in Dialog zu treten, sagt Barbara Heller, Chefin des Governance-Spezialisten Swipra. Denn die Routine-Teams von ISS und Co.checken in erster Linie ab, ob die Governance ihren Richtlinien entspricht. Da bleibt wenig Diskussionsraum. Anders, wenn kontroverse M&A-Transaktionen an einer GV traktandiert sind. Dann übernehmen die finanzerprobten Special-Siutations-Teams. So geschehen bei Sunrise, als ISS den UPC-Kauf ablehnte und damit die Aktivisten um Freenet stützte.

Proxy Solicitors – Briefe ans Aktionariat

Solche Szenarien üben Sydorovitz und dessen Branchenkollegen mit ihren VR-Kunden in mehrstündigen «fire drills», wo der Solicitor den Aktivisten mimt. Dazu gehören Briefe ans Aktionariat, Websites mit harten Forderungen sowie mediale Indiskretionen. Das Aktivistentheater soll helfen, zu checken, ob der VR mit seiner Verteidigungsstrategie auf der Höhe ist.

Rückt die GV näher, werden die Solicitors für ihre Börsenfirmen zu Prognostikern. Zwei bis drei Monate vor dem Termin beginnen sie, kontinuierlich Hochrechnungen zu erstellen, basierend auf Gesprächsfeedbacks und eigenen, standardisierten Telefonumfragen bei Investoren. Auf dass der Verwaltungsrat an der GV keine böse Überraschung erlebt.

Lonrho – Kap der guten Hoffnung

Lonrho Rainer-Marc Freys Afrika-Konzern kommt langsam auf Touren – dank einem Ex-DKSH-Manager.

Wer im Supermarkt in Simbabwe eine Tafel Lindt-Schoggi kauft, erwirbt unwissentlich ein Stück Lonrho. Zum Afrika-Konzern von Finanzinvestor Rainer-Marc Frey, Zementkönig Thomas Schmidheiny und BMW-Milliardärin Susanne Klatten gehört nämlich seit kurzem die Brands Consumer Group (BCG). Und jene BCG vertreibt im südlichen Afrika namhafte Konsumgüter von Herstellern wie Lindt, Beiersdorf, Ferrero oder Duracell vom eigenen Lager in Südafrika aus.

Namhafte Konsumgüter

«BCG soll für uns zum DKSH in Subsahara-Afrika werden», sagt Bruno Sidler. Der Schweizer Manager leitet seit Ende 2017 die operativen Geschicke von Lonrho und weiss, wovon er spricht. Schliesslich war Sidler bis vor gut drei Jahren operativer Leiter des Handelskonzerns DKSH, der seinerzeit die asiatischen Märkte aufgerollt hat.

Eigentlich wollte Sidler nach seiner Zeit beim Zürcher Handelshaus in Pension gehen. Doch der Lockruf des damaligen DKSH-Grossaktionärs Rainer-Marc Frey sowie private Gründe bewogen Sidler, sich mit Lonrho nochmals in ein afrikanisches Abenteuer zu stürzen und nach Johannesburg zu dislozieren. Schon als Chef des Basler Logistikers Panalpina konnte Sidler viel Erfahrung in der Region sammeln.

Lonrho war bisher Fass ohne Boden

Mit dem Engagement bei Lonrho sah sich der gestandene Manager einer Herkulesaufgabe gegenüber: Seit Frey und Schmidheiny Lonrho im Sommer 2013 für umgerechnet 270 Millionen Franken übernahmen, erwies sich das Afrika-Konglomerat als Fass ohne Boden. Diverse Dienstleister, eine Airline, Hotels, ein Ölhafen und vieles mehr – zu breit war Lonrho aufgestellt, zu schwer wogen jene Altlasten, die mit schöner Regelmässigkeit ans Licht kamen.

Gleichzeitig hatte der Afrika-Konzern ein Führungsvakuum: Zwar forderten die Eigner gerne ein, aber ein Machertyp, der die grossen Pläne auf dem Schwarzen Kontinent «hands-on» umsetzen würde, fehlte. Mit finanziellen Folgen: Lonrho verbrannte über die Jahre Hunderte Millionen Dollar. Für die erfolgsverwöhnten Milliardäre ein Ärgernis.

Britischer Wasserkopf bei Lonrho

Dabei entpuppte sich auch die Idee eines Konglomerats mit einer starken Zentrale im fernen London zunehmend als unpassend. «Die Geschäfte waren zu unterschiedlich, als dass man sie hätte zentralisiert führen und daraus Synergien gewinnen können», sagt Sidler. Der Ex-DKSH-Mann pochte deshalb darauf, den britischen Wasserkopf abzuschneiden und die Kompetenzen wieder zurück nach Afrika zu verlagern. Heute arbeiten für Lonrho im Londoner Office bloss noch zwei Leute, zuständig für Rechtsund Compliance-Fragen. Sidlers Mannschaft mit gegen tausend Mitarbeitenden steuert der Schweizer nun von Johannesburg aus, und zwar im Sinne einer Investment Holding mit grossen Freiheiten für die lokalen Geschäftsleiter: Die meisten seien selbst am Erfolg beteiligt. Dieses «skin in the game» sporne an und schaffe Verpflichtung, so Sidler.

«Fokus auf Food und Getränke»

Nebst dem organisatorischen Umbau führte dieser auch die strategische Neuausrichtung an: «Unser jetziger Fokus liegt klar auf der Herstellung und der Verteilung von Food und Getränken», sagt Sidler und verspricht ein gutes 2019, nachdem Lonrho im abgelaufenen Geschäftsjahr noch einen Verlust von 27 Millionen Dollar schrieb (siehe Box).

Zum angestrebten Break-even soll nicht nur die Übernahme von BCG diesen Herbst für rund 10 Millionen Dollar beitragen. Lonrho hatte sich schon 2018 an einem Softdrinkfabrikanten namens Big Bottling Company in Nigeria beteiligt. Der Süssgetränkproduzent füllt die Marke Big Cola ab, ein Konkurrenzprodukt zu Pepsi und Coca. Nigeria soll jedoch nur der afrikanische Probemarkt sein, Lonrho besitzt nämlich die Big-Cola-Rechte für den gesamten Kontinent.

Targets auf dem Papier

Entlang der Wertschöpfungskette von Food and Beverage will der Konzern vor allem in Süd- und Ostafrika expandieren. Dabei sind Akquisitionen kein leichtes Unterfangen, wie Sidler schildert: «Häufig sehen Übernahme-Targets auf dem Papier gut aus, doch bei näherem Sondieren kommen fragwürdige Machenschaften ans Tageslicht.» Für den Afrika-Manager sind nebst diesen Compliance-Mängeln vor allem die marode Infrastruktur sowie das gemächliche Businesstempo die grössten Hürden. «Wer mit unserer Zack-Zack-Mentalität unterwegs ist, kommt in Subsahara-Afrika auf die Welt.»

Und so ziehen sich die angestrebten Devestitionen hin. Zum «Legacy»-Geschäft gehört beispielsweise ein IT-Business namens Complete Enterprise Solutions. Oder der Tiefseehafen in Äquatorialguinea, der am zyklischen Ölgeschäft hängt und in einem schwierigen Umfeld operiert. Bis Lonrho zu Afrikas DKSH wird, ist also noch viel zu tun.

Credit Suisse – Khan-Affäre hinterlässt Spuren

Credit Suisse Es war der erste Zahlenkranz von CS-Chef Tidjane Thiam nach der blamablen Spionageaffäre um seinen ehemaligen Vermögensverwaltungsleiter Iqbal Khan. Und was der ivorische Grossbanker im dritten Quartal an Finanzkennzahlen zu präsentiert hatte, ist durchzogen. So offen bis heute ist, wer in der Khan-Affäre wirklich Täter und wer Opfer war, so uneindeutig fällt auch die Bewertung aus, wie sich das zweitgrösste Schweizer Finanzhaus in den letzten Monaten geschäftlich geschlagen hat.

Missglückte Überwachtung

Thiams Mantra an der Quartalspräsentation jedenfalls, wonach der Spionagekrimi vom Paradeplatz keinen Einfluss hatte, wird bereits durch die bankeigene Powerpoint-Präsentation auf Seite 46 in Zweifel gezogen. Dort ist zu lesen, dass im Schweizer Universalbankengeschäft mit Privatkunden zwischen Juli und September 600 Millionen Franken abflossen. Wohlgemerkt: Die Affäre Khan eskalierte erst am 20. September mit dem Bekanntwerden der missglückten Überwachung. Weitere böse Überraschungen sind also nicht ausgeschlossen.

Die Spionagepanne dürfte der Grund dafür sein, dass Schweiz-Chef Thomas Gottstein kürzlich in der Zürcher «Kronenhalle» die Contenance verlor und Khans Spin-Doctor zusammenstauchte. Auch sonst hat der CS-Schweiz-Banker wenig zu lachen: Das Zinsgeschäft ist unter Druck, die Nettomarge leicht rückläufig – und rechnet man den Einmaleffekt durch den Verkauf der Fondsplattform Investlab raus, dann geht auch der Vorsteuergewinn mit Schweizer Firmenkunden und institutionellen Anlegern etwas zurück.

Erfolgreiche Vermögensverwaltung

Besser als in der Heimat läuft es der Credit Suisse international mit vermögenden Privatkunden. Auch ohne Investlab-Boost stimmen die Zahlen: mehr Neugeld, bessere Nettomargen und steigende Vorsteuergewinne. Die Bank zeigt hier seit mehreren Quartalen einen Aufwärtstrend im Private Banking, das agiler und aggressiver wirkt als jenes der Konkurrentin UBS. Wie «sticky» die Anlagegelder sind, wenn die Börsenparty einmal vorbei ist, wird sich allerdings erst weisen müssen. Dennoch: Es ist das Verdienst von Thiam, Khan und Co., aus der CS in Wachstumsmärkten wie Asien einen respektablen Vermögensverwalter geformt zu haben.

Credit Suisse und die risikoreiche Investment Bank

Die CS ist aber auch die grösste nicht amerikanische Investment Bank. Und nach goldenen Jahren manifestiert sich hier erneut ein Strukturproblem: Das Kapitalmarktgeschäft ist ein volatiles People’s Business. Stockt die Pipeline oder verliert man gewichtige Pitches, dann bleibt die Bank auf einem gigantischen Kostenblock an teuren Investmentbankern sitzen. Die zentrale Frage für die CS-Führung muss deshalb lauten: Ist die Investment-Banking-Wette das Risiko wert?