Britisches Gericht friert Gelder ein

Jean-Claude Bastos Auf Antrag Angolas hat der High Court weltweit Vermögen der Zuger Quantum eingefroren.

Der Rechtsstreit zwischen dem Staatsfonds Angolas FSDEA und ihrem Assetmanager, der Zuger Quantum Global um den Unternehmer Jean-Claude Bastos, eskaliert. Der FSDEA hat jüngst vor dem High Court of Justice in London eine weltweite Kontensperre für jene 3 Milliarden Dollar Private-Equity-Vermögen erwirkt, die das Verwaltungsmandat von 2013 mit der Zuger Gesellschaft Quantum Global Investment Management (QGIM) umfassen. Der Gerichtserlass liegt der «Handelszeitung» vor (siehe unten) und kann frühestens Mitte Mai angefochten werden. Im Verwaltungsrat der Zuger Bastos-Firma QGIM sitzen die beiden Wirtschaftsanwälte Thomas Ladner und Martin Neese. Letzterer gehört unter anderem der Kontaktgruppe Geldwäschereibekämpfung des Bundes an.

Tiefseehafen-Projekt

Die Kontensperre umfasst die Private-Equity-Fondsvehikel von Quantum. Sie decken Bereiche wie Gesundheitswesen, Holzwirtschaft, Minen und Hotellerie ab. Unter den aufgeführten Gesellschaften befindet sich die Capoinvest Limited auf den Britischen Jungferninseln. Es handelt sich um jene Offshore-Gesellschaft, für welche SBB-Präsidentin und Sika-Verwaltungsrätin Monika Ribar bis 2016 im Verwaltungsrat sass, wie die «Handelszeitung» im letzten Herbst berichtete. Capoinvest ist indirekt Eignerin eines Tiefseehafen-Projekts namens Caioporto vor der Küste der angolanischen Provinz Cabinda.

Quantum Global hat Kenntnis vom Gerichtserlass, teilte aber vor wenigen Tagen mit, man habe die Dokumente noch nicht erhalten. Jean-Claude Bastos war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Konsequenz aus Untersuchung

Der angolanische Staatsfonds FSDEA hat zudem angekündigt, Quantum das Private-Equity-Mandat über 3 Milliarden Dollar zu entziehen. Man habe «grosse Bedenken» hinsichtlich der Vorgehensweise von Quantum Global bei der Anlage der Gelder des Staatsfonds. Quantums Vorgehensweise stimme nicht mit den Grundsätzen des Staatsfonds überein, schreibt FSDEA in einem jüngst veröffentlichten Statement: «Als Konsequenz aus den Untersuchungen durch international führende Consultants unternimmt FSDEA nun Schritte, um Quantum als Vermögensverwalter zu entfernen.» Quantum selbst spricht von einer «Einschüchterungstaktik» seitens ihres Kunden FSDEA.

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