Frauenquote minus Ideologie

Blackrock & Co Hauchdünn war die Mehrheit, als der Nationalrat im Juni über die Einführung einer Frauenquote in grossen, börsenkotierten Unternehmen abstimmte. Bereits im Vorfeld sorgte die Neuregelung aus dem Justizdepartement von Bundesrätin Simonetta Sommaruga für rote Köpfe, obwohl von ihr nur etwa 200 Firmen betroffen wären. Sie müssten mindestens 30 Prozent ihres Verwaltungsrates und 20 Prozent ihrer Geschäftsleitung mit Frauen besetzen. Erfüllt ein Unternehmen die Vorgabe nicht, muss es sich lediglich rechtfertigen. Zwang sieht anders aus.

Doch bereits diese homöopathische Diversitätsvorlage reisst die üblichen Ideologiegräben auf. Die Rechten geisseln den grassierenden staatlichen Interventionismus, während die Linken mit moralischem Eifer das Marktversagen korrigieren wollen.

Reine Performance-Optik

Abseits der Bundeshauskuppel, an den Generalversammlungen grosser Schweizer Konzerne, ist der Entscheid zugunsten von mehr Diversität in den Konzernzentralen längst gefallen. Amerikanische Anlageriesen wie Vanguard, Blackrock oder State Street machen konsequent Druck auf die Männerbastionen in den Schweizer Teppichetagen. Wer als Firma nicht spurt und sich entsprechend in der Personalplanung anstrengt, wird an der Generalversammlung abgestraft. Im Gegensatz zur ideologischen Politdebatte in Bundesbern wollen die US-Anlageriesen mehr Führungsfrauen aus purer Performance-Optik. Denn Studien zeigen: Gemischte Management-Teams erzielen längerfristig höhere Eigenkapitalrenditen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.