Hodler, der Holzfäller

Julius Bär Es herrscht Bullenstimmung bei den Bären. Die Zürcher Vermögensbank Julius Bär schnaubt vor Selbstvertrauen. Rekordgewinn, Kapitalpolster gestärkt und ein markantes Plus bei Neugeld wie verwalteten Vermögen. Der glänzende Zahlenkranz ist das Verdienst von Boris Collardi – bis Ende November Bär-Chef. In seiner langen Regentschaft hat Collardi den Wealth Manager voll auf Wachstum getrimmt. Alleine seit 2012 haben sich die Assets under Management mehr als verdoppelt.

Nun zieht Karriere-Turbo Collardi weiter zu Konkurrent Pictet. Zurück bleibt Bernhard Hodler. Der langjährige Risk Officer kam nach Collardis Coup zum Chefsessel wie die Jungfrau zum Kinde.
Ein Job, um den der Endfünfziger wahrlich nicht zu beneiden ist. Denn: Die Löhne und Personalkosten gehen durch die Decke. Die adjustierte Cost-Income-Ratio spiegelt dies nur ungenügend wider. In der IT steht der Bank, zusammen mit Provider Temenos, das Megaprojekt einer global einheitlichen Buchungsplattform bevor.

Und auf der Compliance-Seite läuft das Projekt Atlas, mit dem Bär versucht, den Risikoprozess international zu vereinheitlichen. Nachdem die Bank in jüngster Vergangenheit zahlreiche Finanzskandale touchierte – von Fifa bis Petrobras. Hodler wird zum Holzfäller werden müssen, um den Wildwuchs beim Wealth Manager zu stoppen.

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