Schwacher Stürm

Raiffeisen Man stelle sich vor: Sergio Ermotti kündigt dem UBS-VR seinen Rücktritt an, der über ein Jahr später erfolgen soll. Gleichzeitig kürt ihn der Verwaltungsrat zum Präsidenten einer zu gründenden Investment-Tochter. Der abtretende UBS-Chef darf die finanziellen Details der Transaktion aushandeln. Und zum finalen Abgang übernimmt Ermotti auch noch privat von der UBS ein 15-Prozent-Aktienpaket an der Bank-Tochter. Unmöglich?

Doch. Genau so geschehen bei der Raiffeisen-Bank, ihrem allmächtigen Langzeit-Chef Pierin Vincenz und der KMU-Tochter Investnet Holding.
Der geschilderte Deal hat die Finma auf den Plan gerufen. Die Aufsicht klärt mögliche Interessenskonflikte und Governance-Verstösse ab.

Egal, wie die Verfahren gegen Vincenz und die Genossenschaftsbank am Ende ausgehen, klar ist schon jetzt: Der zwölfköpfige Verwaltungsrat der Raiffeisen-Gruppe um Uniprofessor Johannes Rüegg-Stürm gab zum Ende der Ära Vincenz eine schwache Figur ab. Statt sämtliche Bande zum Alpha-Manager konsequent zu kappen, um Vincenz-Zögling Patrik Gisel einen unbelasteten Neustart als Chef zu ermöglichen, liess man den Bündner seine Raiffeisen-Connection weiter bewirtschaften: Mandate bei Aduno, Leonteq, Helvetia, Investnet – und obendrein die Frau in der erweiterten Raiffeisen-GL.

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