Kronprinzen wenden sich ab

UBS Im Schnitt bleiben Konzernchefs in Europa rund fünf Jahre im Amt. UBS-Chef Sergio Ermotti übertrifft die Marke bereits: Vor sieben Jahren erhielt der Tessiner in einem Sitzungszimmer in Singapur einen Anruf des damaligen UBS-Präsidenten Kaspar Villiger, ob Ermotti nicht Konzernchef werden wolle. Der damalige EMEA-Chef wollte.

Und was folgte, war ein beinahe perfekter Turnaround. Ermottis Strategie griff: Weniger Finanzcasino, mehr Vermögensverwaltung. Gepaart mit einer gesunden Portion Demut und Risikoaversion. Dafür gebührt dem Tessiner Vollblut-Banker Respekt. Doch zehn Jahre nach der Finanzkrise scheint der Kapitalmarkt nur mehr wenig beeindruckt. Der Aktienkurs der grössten Schweizer Bank dümpelt seit längerem vor sich hin. Die zelebrierte Solidität weckt unter Investoren kaum mehr Wachstumsphantasien.

Nur kurzes Kursflackern

Selbst die Zusammenlegung der Vermögensverwaltung zu einer globalen Sparte vermochte nur eine kurzes Kursflackern auszulösen. Derweil lichten sich mit jedem Jahr, das Ermotti länger auf dem Chefsessel bleibt, die Reihen seiner potenziell valablen Nachfolger innerhalb der Bank. Zuerst warf Vermögenschef Jürg Zeltner Ende 2017 das Handtuch. Der wendige Berner hatte schon bei Ermottis Wahl Aspirationen auf den CEO-Posten. Nun geht Investmentbank-Chef Andrea Orcel zur spanischen Santander. Die Abgänge der Kronprinzen sind kein gutes Zeichen.

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