Jürg Buchers Zinswette

Postfinance Er war der unangefochtene Star des gelben Riesen: Jürg Bucher, Chef der Postfinance und später gar Konzernleiter. In seinen langen Jahren beim Berner Finanzdienstleister schossen die Kundengelder durch die Decke, von 25 auf über 90 Milliarden Franken. Der Boost an Publikumseinlagen erfolgte ohne Banklizenz, dank gesetzlicher Ausnahmeregelung. Ende 2011 schied Bucher als gefeierter Postmanager aus. Er hatte die Finanztochter in seiner Regentschaft zur Ertragsperle gemacht. Was kurz darauf folgte, war die Umwandlung der Postfinance zu einer privatrechtlichen Aktiengesellschaft samt Bewilligung der Finanzaufsicht Finma als Bank und Effektenhändlerin.

Goldene Ära

Seither geht es mit der Postfinance bergab. Das Betriebsergebnis sinkt, die Kosten steigen, das Geschäftsmodell ist unter Druck. Von Hansruedi «Housi» Köngs propagierten «Digital Powerhouse»-Zielen ist man weit entfernt. Gerne erinnert man sich da an die goldene Ära der Postfinance.

Doch nun zeigt die Einschätzung der Finanzmarktaufsicht, dass der Erfolg in der Prä-Banken-Zeit teuer erkauft war beim Staatsinstitut. Postfinance ging nämlich in den Jahren zuvor Zinsrisiken in einem Ausmass ein, «das die Finma bei einem von ihr überwachten Institut nicht akzeptieren kann». Die goldene Ära von Jürg Bucher erscheint plötzlich in einem neuen Licht.

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