UPC Sunrise – Der Preis fürs Duopol

UPC Sunrise Bald kommt es zum Showdown im Zürcher Hallenstadion. Am 23. Oktober müssen die Sunrise-Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung ihr Placet zur Übernahme des Kabelnetzbetreibers geben. Seit der Deal im Februar angekündigt wurde, tobt ein Hahnenkampf zwischen Sunrise-Präsident Peter Kurer und Verwaltungsrat Christoph Vilanek, der den Grossaktionär Freenet vertritt und die Übernahme bekämpft.

Zentraler Treiber heisst Grösse

Jüngster Zankapfel: Das Kabelnetz werde durch schnellen 5G-Mobilfunk über kurz oder lang obsolet, prophezeit Vilanek. Absurd findet die Sunrise-Spitze diese These: 5G werde noch lange nicht ein leistungsfähiges Kabelnetz substituieren. Egal, möchten man den beiden Streithähnen zurufen. Der Milliardendeal ist keine Tech-Frage. Der zentrale Treiber heisst Grösse.

Jene Million UPC-Fernsehkunden verheisst mehr Marktanteil, höhere Skalen und ein besseres Upselling-Potenzial. Mit der Übernahme entstünde die klare Nummer zwei auf dem Schweizer Markt. Ob im Mobilfunk, im Fernsehgeschäft oder beim Internet – UPC-Sunrise käme auf Anteile zwischen einem Viertel und einem Drittel. Die Anteile von Platzhirsch Swisscom betragen zwischen einem Drittel (TV) und zwei Dritteln (Internet).

Wettbewerb erschlafft mit UPC Sunrise

Rechnet man Swisscom und UPC-Sunrise zusammen, dann dürfte jedem (mit Ausnahme der Weko) klar sein, was es geschlagen hat: Die Schweiz steuert auf ein Duopol zu, das die Endkunden-Tarife für Telekom-Dienste zementieren kann. Mit der geplanten UPC-Transaktion dürfte der Wettbewerb erschlaffen. Der Preis hierfür: 6,3 Milliarden Franken.

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