Ruag – Ein Trauerspiel in drei Akten

Bundesbetrieb Was die Chefs der ehemaligen Unterhalts- und Produktionsbetriebe der Schweizer Armee seit der Ausgliederung in eine Aktiengesellschaft namens Ruag 1998 abgeliefert haben, ist ein Trauerspiel in drei Akten.

Der I. Akt – gescheiterte Transformation der Ruag

Der erste Akt dauerte fast zwanzig Jahre und sollte Ruag vom Armeemonopolisten zum Technologiekonzern transformieren. Doch die Staatsmanager versagten. Ihre durch Armeeaufträge quersubventionierten Exkursionen in die Privatwirtschaft erwiesen sich als Abenteuer à fonds perdu. Beispielhaft hierfür steht der Unterhalt von Business Jets, der vor 15 Jahren die Abhängigkeit von Armeeaufträgen «schlagartig» reduzieren sollte. Doch der Rüstungsmonopolist und die Businessfliegerei konnten bis zuletzt nicht miteinander.

Der II. Akt – Schonfrist bei der Privatisierung

So folgte im letzten Jahr der zweite Akt: die Ankündigung der Aufspaltung in einen staatlichen Wartungsteil und eine private Ruag International. Wer gedacht hätte, der Split sei ein Federstrich, sah sich getäuscht. Ruag hat sich vom Bundeseigner eine Schonfrist ausbedungen, um aus dem «heutigen Konglomerat» einen «schlanken, fokussierten Konzern» (Ruag-Präsident) zu zimmern. Als hätte zwanzig Jahre Privatwirtschaft spielen den Staatsmanagern nicht genügt, wird nun auf dem Buckel der Steuerzahler weiter transformiert.

Der III. Akt – Hintertürchen beim Scheitern

Der dritte Akt spielt in der Zukunft: ein Scheitern der Privatisierung. Das Skript beim VBS steht: «Sollte sich mittelfristig zeigen, dass eine aus der Schweiz geführte Aerospace-Gruppe nicht erfolgreich privatisiert werden kann, besteht die Möglichkeit, einzelne Unternehmensbereiche zu verkaufen.» Das Trauerspiel wäre vollendet.