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Ein Ende mit Schrecken

Eric Sarasin Der Fall hat alle Ingredienzen eines Justizskandals. Die Schweizer Behörden öffnen willfährig die Landesgrenzen, damit die deutsche Steuerkavallerie blindwütig Jagd auf Privatbanker machen kann. Ohne Rücksicht auf Verluste schwärmen Fiskalfahnder aus, um im Herbst 2014 Büros und Privathäuser zu durchsuchen. Die mediale Vorverurteilung ist ausgemachte Sache. Kollateralschäden wie der Verlust der beruflichen Existenz oder des gesellschaftlichen Ansehens werden bewusst in Kauf genommen. Schliesslich heiligt der Zweck das muntere Kesseltreiben. So sollen Eric Sarasin und weitere Top-Manager der Basler Traditionsbank üble Steuertricks für reiche Deutsche ausgeheckt haben.

Doch die Kölner Staatsanwaltschaft bleibt den Tatbeweis schuldig. Sie muss Sarasin & Co. schliesslich – nach bescheidenen Zahlungen – vom Haken lassen. Der rheinische Ablasshandel um Eric Sarasin hat allerdings eine dunkle Seite. Denn statt auf seine Unschuld im Cum-Ex-Fall zu vertrauen, begeht der einstige „Starverkäufer“ einen fatalen Fehler. Der Ex-Privatbanking-Chef händigt im Verhör der Kölner Staatsanwältin sensible Bankinformationen aus. Dokumente, die Sarasin wohl nie über die Landesgrenze hätte tragen sollen. Der unerhörte Vorgang dürfte auch die neuen Bankbesitzer, die brasilianischen Safras, interessieren. Eric Sarasin droht ein Ende mit Schrecken.

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