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Lieber Dodd als Donald

Banken Der neue US-Präsident Donald Trump vergreift sich. Dieses Mal an der unter Obama implementierten Bankengesetzgebung. Der Dodd-Frank-Act nahm im Nachgang zur Subprime-Krise die Banken an die kurze Leine, um eine erneute Kernschmelze des Finanzsystems zu verhindern. Nun dekretiert Trump, man möge die Verordnung „zerlegen“. Der neue US-Präsident will das Rad der Zeit zurückdrehen. Er beschwört die Geister eines deregulierten Finanzbooms herauf, dessen Kollateralschäden die Volkswirtschaften bis heute zu beseitigen haben.

Trumps Politik ist brandgefährlich. Zwar mag der Dodd-Frank-Act lücken- und fehlerhaft sein. Aber die Verordnung hatte globale Signalwirkung und zog Brandschutzmauern hoch, die Bestand haben müssen, will die Welt nicht einen zweiten Lehman-Kollaps. Doch Trump scheint willens, graue Geschäftsbanken zurück an den Spieltisch des Investment Banking zu bringen, damit sie auf eigene Rechnung zocken. Ebenso beabsichtigt der Präsident die Eigenmittelvorschriften zu kassieren, auf dass Banken ihre Kapitalrenditen hochschrauben können. Angesichts der Geschenke für die Wall Street ist es schlicht zynisch, wenn Trump behauptet, der Dodd-Frank-Act habe die Kredite für die kleinen Leute verteuert. Denn was für Donald teuer ist, ist für Dodd risikoadäquat. Dazwischen liegt die schwerste Finanzkrise seit der Grossen Depression

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