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Lombard Odier – Vergangenheit holt Partnerin ein

Lombard Odier Sie ist seit drei Jahren Partnerin bei der noblen Genfer Privatbank Lombard Odier: die Schwedin Annika Falkengren. Zuvor war Falkengren zwischen 2005 und 2017 Chefin der Skandinaviska Enskilda Banken (SEB). Die schwedische Universalbank gehört zu den führenden Finanzinstituten Skandinaviens. Zurzeit ist sie in einen grossen Geldwäschereifall im Baltikum verwickelt, der in die Amtszeit von Annika Falkengren fällt.

Zweifelhafte Transaktionen

Gemäss dem schwedischen Staatsfernsehen SVT sollen zwischen 2005 und 2017 über SEB-Konten zweifelhafte Transaktionen im Umfang von umgerechnet rund 26 Milliarden Franken abgewickelt worden sein. Dabei soll die schwedische Bank mindestens 194 Hochrisikokunden im Baltikum betreut haben. In der Angelegenheit aktiv geworden ist inzwischen auch die schwedische Bankenaufsicht Finansinspektionen. Diese hat die SEB jüngst mit umgerechnet gut 100 Millionen Franken wegen Mängeln in der Geldwäschereiprävention bei ihren Banktöchtern im Baltikum gebüsst.

Die Aufsicht hat herausgefunden, dass Kunden mit einem höheren Geldwäschereirisiko im Untersuchungszeitraum zwischen 2015 und Anfang 2019 «einen wesentlichen Teil des Geschäftsvolumens und der Transaktionen der Tochterbanken» ausmachten. Die Governance und die Kontrollen der schwedischen Mutter gegenüber ihren Töchtern in Estland, Lettland und Litauen seien unzureichend gewesen. Nun muss die SEB auf Geheiss der Aufsicht nachbessern. Ob und in welchem Umfang aber über die baltischen SEB-Filialen Geldwäscherei betrieben wurde, war nicht Gegenstand der Untersuchung. 

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