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FC Basel – Bernhard Burgeners Defizite

In der Haut von FC-Basel-Mehrheitseigner Bernhard Burgener möchte man nicht stecken. Als wäre die sportliche Misere nicht schon schlimm genug, steckt Burgener mitten in einem Zermürbungskampf um die Macht im Fussballclub. Die Aussicht, dass mit Centricus bald ein britischer Finanzfonds beim Traditionsverein mitmischen könnte, lässt die Gemüter am Rheinknie hochgehen.

Schweizer Serienmeister ist ein Zwerg

In der gereizten Stimmung geht leicht vergessen, dass Burgeners Pläne für den FC Basel durchaus bedenkenswert sind. Fussball ist heute ein globales Geschäft, der Schweizer Serienmeister ein Zwerg. Er braucht Know-how und Kapital. Was läge da näher als ein internationaler Schulterschluss? Die Red-Bull-Vereinsfranchise weist den Erfolgsweg.

Ausländischer Partner als bessere Lösung

Burgener müsste offen und transparent erklären, warum mit ewiger Clubnostalgie und Lokalkolorit im internationalen Fussballgeschäft kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Und warum ausländische Partner vielleicht die bessere Lösung für den erfolgsverwöhnten FC Basel wären.

FC Basel Mehrheitseigner mit kommunikativem Eigentor

Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Burgener schweigt, druckst herum, verwedelt oder gebärdet sich gar als geschäftlicher Schattenmann wie im Fall der Briefkastenfirma Dream & Vision. Mit solch kommunikativen Eigentoren verärgert Burgener auch die letzten treuen Supporter. Damit erweist er seiner «Traum-Vision» vom FCB einen Bärendienst.

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FC Basel – Kampf um den Club

FCB Bernhard Burgener will seine Beteiligung am FC Basel reduzieren. Derweil sucht Thomas Borer & Co nach neuen Aktionären.

Es ist ein Zweikampf um die Macht beim FC Basel. Auf der einen Seite steht Medienunternehmer Bernhard Burgener, dem 80 Prozent gehören. Auf der anderen David Degen. Der Ex-Fussballprofi hält 10 Prozent am Club. Inzwischen mischen auch Wirtschaftsgrössen wie Rainer-Marc Frey, Domenico Scala oder Marco Gadola im FCB-Poker mit.

FC Basel ist «Herzensangelegenheit» für David Degen

Doch der Reihe nach. Burgener gewährte Degen ein für dessen Beteiligungsnahme von mutmasslich 2 Millionen Franken weitreichende Rechte. Degens Aktionärsbindungsvertrag sieht sowohl ein Vorkaufs-wie ein Kaufrecht vor. Nur wenn der Ex-Profi Burgeners Anteile nicht erwirbt, darf ein anderer zugreifen. Degens Kaufrecht sieht vor, dass er 35 Prozent der Burgener-Anteile übernehmen kann. Die Rede ist von 16 bis 20 Millionen Franken.

Degens Option hat einen Haken: Sie ist befristet. Sie läuft in etwa zwanzig Tagen ab. Will Degen sie wahrnehmen, muss er den zweistelligen Millionenbetrag in Bälde auf den Tisch legen. Degen bleibt allgemein: «Der FCB ist für mich eine Herzensangelegenheit und ich werde alles tun, dass er auf die Erfolgsspur zurückfindet.» Gemäss gut unterrichteter Quellen soll er bereit sein, weitere 3 bis 4 Millionen Franken in den FCB zu stecken. Das würde nicht reichen.

Rainer-Marc Frey als möglicher Investor

Allerdings erhält der Ex-FCB-Star Unterstützung. Eine Gruppe Unternehmer und Financiers aus der Nordwestschweiz stehen ihm nämlich zur Seite. Die Rede ist vom Ex-Spitzendiplomaten Thomas Borer, vom Multi-VR Marco Gadola und vom ehemaligen Fifa-Mann Domenico Scala. Als potenzieller Geldgeber wird der Baselbieter Hedgefonds-Milliardär Rainer-Marc Frey gehandelt. Er soll bereit sein, mehrere Millionen zu investieren. Ob Degen es schafft, rechtzeitig genügend Geldgeber hinter sich zu scharen, ist offen. Dealbreaker war bislang stets die Machtfrage.

Denn auch mit einer Aufstockung auf 45 Prozent hätte Bernhard Burgener weiterhin das Sagen. Für viele solvente FCB-Supporter ist dies ein rotes Tuch. Dass sich überhaupt Unterstützer finden, ist dem Alternativszenario geschuldet, an dem Burgener derzeit arbeitet: ausländische Kapitalgeber. Burgeners Umfeld sieht den Traditionsverein nämlich bereits an der Seite eines starken, internationalen Investors. Und eingebunden vielleicht sogar in ein internationales Netzwerk aus mehreren Vereinen. Denn: «Kleinere Clubs wie der FC Basel können künftig nur mittels Kooperationen überleben.»

Offenbar schwebt Burgener vor, dass sich die britische Investmentgesellschaft Centricus substanziell beteiligen soll. Drehund Angelpunkt ist die neu gegründete Briefkastenfirma Basel Dream & Vision AG. Als Verwaltungsräte fungieren zwei Treuhänder aus Zug. Doch dahinter verbergen sich Leute aus dem Umfeld von Burgener und Centricus. Gemäss «BZ Basel» soll Dream & Vision eine Offerte für Anteile am Club gemacht haben. Unterschrieben sei die Offerte gewesen von Halil Emecen und Michael Dieckell. Der eine arbeitete bis 2019 bei Centricus, der andere soll seit geraumer Zeit für Burgener tätig sein.

Centricus interessiert sich für Burgeners TEAM

Als Privatmann will Burgener Anteile am Club an Centricus veräussern und gleichzeitig die Kontrolle über den FCB behalten. Das Vehikel dazu wäre die Basel Dream & Vision. Mitte Dezember hat die Gesellschaft eine zweite Aktienkategorie geschaffen: jene der Stimmrechtsaktien, die eine Kontrolle ohne Kapitalmehrheit ermöglichen. Das Engagement der Centricus dürfte jedoch über einen möglichen Einstieg beim FC Basel hinausgehen: Offenbar scheint sich Centricus auch für andere Bereiche des Burgener-Imperiums zu interessieren. Vor allem die Uefa-Vermarkterin Team gilt als Perle im Portfolio.

Die Gruppe um David Degen möchte jedenfalls den Centricus-Einstieg mit allen Mitteln verhindern. Ihr Plan: auf 45 Prozent aufstocken, um ausländische Geldgeber abzuschrecken und schliesslich darauf zu hoffen, dass Burgener irgendwann entnervt von seinem Engagement beim FC Basel absieht. Es drohen damit erbitterte Machtkämpfe, wie sie Burgeners Highlight-Constantin-Gruppe seit Jahren kennt.

Degen im VR der FC Basel Holding «kaltgestellt»

Dass Minderheitsaktionär Degen und Mehrheitseigner Burgener sich gütlich einigen würden, scheint ausgeschlossen. Als im letztes Jahr Indiskretionen an die Presse gelangten, quittierte man diese mit anwaltlichen Abmahnungsschreiben. Inzwischen berichten Nahestehende, dass Degen als Verwaltungsrat der FCB-Holding «kaltgestellt» sei. Eine «strategische Partnerschaft», wie sie einst angekündigt wurde, sieht jedenfalls anders aus. Burgener selbst will sich zu all dem nicht äussern: «Ich bitte um Verständnis, dass ich mich zu Spekulationen und Gerüchten nicht äussere.» Auch der FCB hält sich bedeckt.

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FC Basel – Britische Bebbi

FC Basel Der britische Assetmanager Centricus will sich am Traditionsclub beteiligen. Doch im Fussballverein tobt ein erbitterter Machtkampf.

Im noblen Londoner Stadtteil St. James’s, nahe Buckingham Palace und 10 Downing Street, residiert Centricus. Der Finanzmanager unter der Ägide zweier ehemaliger Grossbanker von Goldman Sachs und Deutsche Bank verwaltet 27 Milliarden Dollar. Im Stile einer Beteiligungsgesellschaft investiert Centricus für einige Jahre in privat gehaltene Firmen.

Die Milliarden des Assetmanagers fliessen dabei vornehmlich in Finanzdienstleister, Technologieunternehmen, Infrastrukturvorhaben und in «Fems». Das Kürzel steht für Fashion, Entertainment, Media und Sport. So hält Centricus beispielsweise ein Fünf-Sterne-Haus auf der italienischen Insel Capri, ein britisches Frauenschuh-Luxuslabel oder eine amerikanische Coworking-Space-Kette. Und bald vielleicht auch einen Anteil am FC Basel.

Mehrheit am Verein

Die «Handelszeitung» hat von zwei unabhängigen Quellen erfahren, dass FCB-Präsident und Mehrheitseigner Bernhard Burgener derzeit mit dem britischen Finanzmanager über eine Beteiligung am Club verhandelt. Fürs FCB-Investment würden die Centricus-Banker wohl keine Kundenvermögen, sondern eigenes Geld einsetzen. Die Rede ist von ein paar Millionen. Burgener im Gegenzug würde seinen Anteil um 20 bis 30 Prozent reduzieren, die Mehrheit am Verein aber behalten. Derzeit gehören ihm 82 Prozent der FC Basel Holding. Das britische Anlagehaus reagierte auf Anfrage nicht. Burgener lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Zurückhaltung ist verständlich. Denn der Deal mit den Briten ist noch nicht in trockenen Tüchern. Unter den Aktionären des FC Basel tobt ein erbitterter Machtkampf. Zwar hält der Ex-Fussballer und FCB-Verwaltungsrat David Degen nur 10 Prozent am Club. Aber sein Aktionärsbindungsvertrag sieht offenbar ein Vorkaufsrecht für den Fall vor, dass Burgener Anteile am Club abgeben möchte. Mit anderen Worten: Nur wenn Degen die Burgener-Anteile nicht will, kann Centricus überhaupt einsteigen. Zugleich besitzt Degen auch ein Kaufrecht, befristet bis Herbst 2021. Dieses sehe vor, dass der Ex-Fussballer maximal 35 Prozent der Burgener-Anteile zu einem bereits definierten Preis übernehmen kann.

Dies führt zu einer für den Club bedrohlichen Pattsituation: Käme ein Deal mit Centricus zustande, würde Präsident Burgener mit 52 Prozent noch knapp die Mehrheit am FCB halten. Würde Degen nun aber von seinem Kaufrecht Gebrauch machen und jene 35 Prozent von Burgener einfordern, verlöre dieser die Mehrheit am FCB. Beim Anteilsstreit geht es also um die Machtfrage im Club. Auf Anfrage mag sich David Degen zu Centricus und Co. nicht äussern: «Es gibt eine Geheimhaltungsvereinbarung im Aktionärsbindungsvertrag, und daran habe ich mich immer gehalten.»

Im «Dinner Room» des Joggeli

Die Fronten zwischen den beiden FCB-Eignern sind jedenfalls verhärtet. Und dies nach weniger als einem Jahr der Zusammenarbeit: Im «Dinner Room» des Stadions St. Jakob-Park kürte im November die FC Basel Holding David Degen zum neuen Verwaltungsrat. Der ehemalige rot-blaue Stammspieler sollte gemäss Presse-Communiqué die Fussballexpertise im obersten Gremium des Clubs stärken. Gleichzeitig beteiligte sich Degen mit 10 Prozent am FCB.

Es schien ein «perfect match» zu sein: Versprach Degen, nebst frischem Kapital und Know-how, doch eine gehörige Portion Lokalkolorit samt FCB-Nostalgie. Jene Fans, die mit dem introvertierten Zahlenmenschen Burgener nie richtig warm wurden, schienen fürs Erste befriedigt.

Doch die «strategische Partnerschaft» zwischen Mehrheitseigner Burgener und Minderheitsaktionär Degen entwickelte sich in den letzten Monaten zum Grümpelturnier samt Blutgrätschen. Eigentlich wollte der ehrgeizige Juniorpartner Degen seine sportliche Expertise in die Clubführung miteinfliessen lassen. Doch Degens fussballerischen Ambitionen konfligierten zusehends mit Burgeners buchhalterischer Optik. Diese verlangt ein Gesundschrumpfen des Clubs aus den schwindelerregenden Budgethöhen einstiger Champions-League-Erfolge. Die sportliche Misere zuletzt nährte noch die Zwietracht. Inzwischen herrscht Eiszeit zwischen Burgener und Degen. Man kommuniziert über Anwälte.

Millionenverlust und Geisterspiele

Währenddessen verschärft sich die finanzielle Lage beim Traditionsclub und Serienmeister zusehends: Fürs Geschäftsjahr 2019 wies der FC Basel einen Verlust von gegen 20 Millionen Franken aus. Dies bei Gesamteinnahmen in der Höhe von 70 Millionen. Davon gehen alleine 50 Millionen für Personalkosten weg. In der Pflichtpublikation des FCB zum Abschluss 2019 wird der Millionenverlust damit begründet, der Club habe bewusst «auf lukrative Transferangebote für mehrere Spieler verzichtet, um europäisch dabei zu sein und den Wert der Spieler zu steigern».

Das mag stimmen. Doch die Corona-Krise hat die Verhältnisse im Schweizer Spitzenfussball nochmals kräftig durcheinandergewirbelt. Der erzwungene Spielunterbruch und die pandemiebedingten Geisterspiele haben eine zentrale Ertragsstütze des Clubs wegbrechen lassen. So erzielte der FC Basel im letzten Geschäftsjahr einen Viertel seiner Einnahmen aus Ticketverkauf und Stadionwirtschaft. Leere Ränge bedeuten also leere Clubkassen. Insofern überrascht es wenig, dass Mehrheitseigner und Präsident Bernhard Burgener für den FC Basel händeringend eine finanzielle Lösung finden muss.

Dass die Centricus-Banker sich mit einer Minderheit am FCB begnügen würden, mag erstaunen. Doch der britische Assetmanager sieht sein intendiertes Investment offenbar in einem grösseren Zusammenhang. Die Rede ist von einem strategischen Engagement in der Region Basel, das weit über den Fussballclub hinausgehen soll. So ein Commitment der Briten wäre wohl auch nötig. Denn die Meinung unter den Fans am Rheinknie ist gemacht: Ein neuer FCB-Investor müsse zwingend aus der Region stammen und mit dem Club verbunden sein.