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Schaulauf durch alle Instanzen

Swisscom Shakira trällert „Whenever, Wherever“. Bundesrätin Dreifuss tritt zurück. Die Schweiz wird 190. Uno-Mitglied. Knapp die Hälfte der Bevölkerung surft im Internet. Wir schreiben das Jahr 2002. Es ist das Jahr, in dem die Wettbewerbskommission Weko gegen den Ex-Monopolisten Swisscom antritt. Weil der bundesnahe Betrieb „mit grosser Wahrscheinlichkeit“ seine beherrschende Stellung missbrauche. Denn die „Bevorzugung“ hätte weitreichende Folgen im „jungen Markt für ADSL-Breitbanddienste“. Es sei deshalb besondere Dringlichkeit geboten.

Junger Breitbandmarkt

Wir schreiben das Jahr 2015. Sido rappt sich zum „Astronaut“. Bundesrätin Widmer-Schlumpf bangt um die Wiederwahl. Die Schweiz ist weiter kein EU-Mitglied. Fast 90 Prozent der Schweizer surfen im Internet. Der „junge Breitbandmarkt“ ist inzwischen ein saturierter und die ADSL-Technologie längst veraltet. Aber das Verfahren gegen die Swisscom läuft noch. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, den staatsnahen Telekomkonzern wegen „wettbewerbswidrigen Verhaltens“ mit 186 Millionen Franken zu büssen, ist nämlich bloss für die Gallerie. Swisscom legt beim Bundesgericht Beschwerde ein.

Schonungslos offengelegt

Der Telekomkonzern betreibt damit durch alle Instanzen einen juristischen Schaulauf, der die Verfahrensmängel im Wettbewerbsrecht schonungslos offenlegt. Die Sahnestücke im ADSL-Geschäft wurden vor Jahren verteilt. Da hilft es auch wenig, die Millionenbusse am damaligen Umsatz der Swisscom zu berechnen. Schlimmer noch ist, dass sich die Geschichte wiederholt.

Auf der Glasfaser bahnt sich das nächste Marktversagen an.

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Ex-Sunrise-Chef Oliver Steil macht in Kinderwagen

Oliver Steil Er führte mit Sunrise den zweitgrössten Telekomkonzern der Schweiz. Nun zieht der Top-Manager Oliver Steil einen anderen Karren – genauer gesagt einen «Doppelkinderwagen für outdoor». Der 43-jährige Ex-McKinsey-Mann betreibt nämlich zusammen mit seiner Frau Tanja Ripperger am Wohnsitz der Familie in der schwyzerischen Steueroase Wollerau ein junges Unternehmen namens YippieYo. Das Startup lässt sogenannte Crossbuggys in der Schweiz und in Deutschland nach ökologischen und sozialen Kriterien fertigen, mit denen Eltern ihre Kleinen auch abseits der asphaltierten Wege problemlos ziehen können.

Höchstpersönlich entwickelt

Die Crossbuggys von Oliver Steil – quasi die SUV unter den Kinderwagen – erinnern an eine aufgemotzte Variante eines Leiterwagens. Das YippieYo-Edelgefährt mit Fünfpunktgurt, Scheibenrädern und Bremshebel Marke Magura schlägt dabei mit mindestens 800 Franken zu Buche. Dafür wurde es von der Familie des Ex-Sunrise-Kadermanns höchstpersönlich entwickelt und getestet. Die Idee für das Kindertransport-SUV kam Steil übrigens beim Wandern mit seinen Söhnen Finn und Yannick. Die drei standen vor einem Berg und fragten sich: Wie kommen wir da rauf? Die Lösung: Mit einer selbst entwickelten Kinderkutsche. Steil trat Anfang 2013 bei Sunrise ab, nachdem das Telekomunternehmen die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht hatte.