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Handelszeitung Meinung

Smarter Löwenbändiger

Mario Greco Am Tag der Arbeit tritt Mario Greco seinen Chefposten bei Zurich an. Der Zeitpunkt könnte passender nicht sein. Am Mythenquai wartet auf den Neapolitaner nämlich ein grosser Stapel Schadensmeldungen: Angefangen beim Grosskundengeschäft, das durch lasches Underwriting in die Miesen rutschte, über verpuffte Effizienzrunden („Dragonfly“) bis hin zu verkorksten Kaufavancen (RSA), die Grecos Vorgänger Martin Senn schliesslich den Kopf kosteten.

Was in dieser Ballung bedrohlich wirkt, dürfte für einen Turnaround-Manager vom Schlage Grecos zu bewältigen sein. Der Sohn aus gutem Hause – sein Vater war Bankdirektor – hat schliesslich in Triest bereits erfolgreich einen Versicherungslöwen gebändigt. Die Generali – mit dem Raubtier im Wappen – war bei Grecos Amtsantritt ein unstrukturierter Laden mit feudalistischen Strukturen und dünner Kapitaldecke. Doch der smarte Ex-McKinsey-Mann köpfte die Hofschranzen, holte interna tionale Manager an Bord und legte eine straffe Ma trix-Organisation über den drittgrössten Versicherer Europas. Statt auf Pomp und Popanz setzte er auf (Kosten-) Disziplin, Einfachheit und Fokussierung – unter anderem, indem er die Tessiner BSI devestierte. Der Turnaround ist geglückt, Generalis Wert hat sich in Grecos Zeit praktisch verdreifacht. Ein Leistungsausweis, der ihn nun auch für den Chefposten bei seinem früheren Arbeitgeber empfahl.