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Gericht büsst Schweizer Ex-Firma von Alexander Studhalter

Steuerhinterziehung Die Steueraffäre um einen Villenkauf an der Côte d’Azur ist um ein Kapitel reicher: Ein Gericht in Nizza hat die Swiru Holding zu einer Geldbusse von 1,4 Millionen Euro verurteilt. Gleichzeitig hat Swiru Steuern in der Höhe von 10,4 Millionen Euro nachgezahlt. Die Firma besitzt mehrere Villen in Südfrankreich und gehörte bis Ende letzen Jahres dem Luzerner Treuhänders Alexander Studhalter. Inzwischen hat er Swiru verkauft.

Gemäss Communiqué der Staatsanwaltschaft hätten die Ermittlungen gezeigt, dass ein Teil des Verkaufspreises der Villa namens «Hier» in der tatsächlichen Höhe von 127 Millionen Euro unter anderem durch Swiru verschleiert wurde. Staatsanwalt Alexandre Julien eröffnete deshalb im November eine Untersuchung gegen Swiru, die mehrere Villen an der Côte d’Azur besitzt. Die Luzerner Firma wurde 1996 gegründet. Ihr einziger Aktionär war bis Ende 2019 Alexander Studhalter.

Alexander Studhalter – Villendeal im Visier der französischen Strafjustiz

Der Schweizer Treuhänder, der jüngst in den Verwaltungsrat der Highlight Event und Entertainment von FC-Basel-Präsident Bernhard Burgener gewählt wurde, geriet wegen des Villa-Deals bereits einmal ins Visier der französischen Strafjustiz. Der Vorwurf: Studhalter sei bloss der Strohmann für den Luzern-affinen Oligarchen und russischen Abgeordneten Suleiman Kerimov. Studhalter sass deswegen Anfang 2018 sieben Wochen in Nizza in U-Haft. Mitte 2018 entlastete ihn ein Berufungsgericht in Aix-en-Provence von sämtlichen Vorwürfen. Im Frühjahr 2019 eröffnete Staatsanwalt Alexandre Julien erneut ein Verfahren gegen Studhalter, wie die Lokalzeitung «Nice-Matin» damals berichtete. Auch dieses Verfahren wurde inzwischen eingestellt.

Allerdings ist die Villen-Affäre noch nicht für alle Beteiligten ausgestanden. Gemäss Communiqué würden die Ermittlungen fortgesetzt.