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FC Basel – Britische Bebbi

FC Basel Der britische Assetmanager Centricus will sich am Traditionsclub beteiligen. Doch im Fussballverein tobt ein erbitterter Machtkampf.

Im noblen Londoner Stadtteil St. James’s, nahe Buckingham Palace und 10 Downing Street, residiert Centricus. Der Finanzmanager unter der Ägide zweier ehemaliger Grossbanker von Goldman Sachs und Deutsche Bank verwaltet 27 Milliarden Dollar. Im Stile einer Beteiligungsgesellschaft investiert Centricus für einige Jahre in privat gehaltene Firmen.

Die Milliarden des Assetmanagers fliessen dabei vornehmlich in Finanzdienstleister, Technologieunternehmen, Infrastrukturvorhaben und in «Fems». Das Kürzel steht für Fashion, Entertainment, Media und Sport. So hält Centricus beispielsweise ein Fünf-Sterne-Haus auf der italienischen Insel Capri, ein britisches Frauenschuh-Luxuslabel oder eine amerikanische Coworking-Space-Kette. Und bald vielleicht auch einen Anteil am FC Basel.

Mehrheit am Verein

Die «Handelszeitung» hat von zwei unabhängigen Quellen erfahren, dass FCB-Präsident und Mehrheitseigner Bernhard Burgener derzeit mit dem britischen Finanzmanager über eine Beteiligung am Club verhandelt. Fürs FCB-Investment würden die Centricus-Banker wohl keine Kundenvermögen, sondern eigenes Geld einsetzen. Die Rede ist von ein paar Millionen. Burgener im Gegenzug würde seinen Anteil um 20 bis 30 Prozent reduzieren, die Mehrheit am Verein aber behalten. Derzeit gehören ihm 82 Prozent der FC Basel Holding. Das britische Anlagehaus reagierte auf Anfrage nicht. Burgener lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Zurückhaltung ist verständlich. Denn der Deal mit den Briten ist noch nicht in trockenen Tüchern. Unter den Aktionären des FC Basel tobt ein erbitterter Machtkampf. Zwar hält der Ex-Fussballer und FCB-Verwaltungsrat David Degen nur 10 Prozent am Club. Aber sein Aktionärsbindungsvertrag sieht offenbar ein Vorkaufsrecht für den Fall vor, dass Burgener Anteile am Club abgeben möchte. Mit anderen Worten: Nur wenn Degen die Burgener-Anteile nicht will, kann Centricus überhaupt einsteigen. Zugleich besitzt Degen auch ein Kaufrecht, befristet bis Herbst 2021. Dieses sehe vor, dass der Ex-Fussballer maximal 35 Prozent der Burgener-Anteile zu einem bereits definierten Preis übernehmen kann.

Dies führt zu einer für den Club bedrohlichen Pattsituation: Käme ein Deal mit Centricus zustande, würde Präsident Burgener mit 52 Prozent noch knapp die Mehrheit am FCB halten. Würde Degen nun aber von seinem Kaufrecht Gebrauch machen und jene 35 Prozent von Burgener einfordern, verlöre dieser die Mehrheit am FCB. Beim Anteilsstreit geht es also um die Machtfrage im Club. Auf Anfrage mag sich David Degen zu Centricus und Co. nicht äussern: «Es gibt eine Geheimhaltungsvereinbarung im Aktionärsbindungsvertrag, und daran habe ich mich immer gehalten.»

Im «Dinner Room» des Joggeli

Die Fronten zwischen den beiden FCB-Eignern sind jedenfalls verhärtet. Und dies nach weniger als einem Jahr der Zusammenarbeit: Im «Dinner Room» des Stadions St. Jakob-Park kürte im November die FC Basel Holding David Degen zum neuen Verwaltungsrat. Der ehemalige rot-blaue Stammspieler sollte gemäss Presse-Communiqué die Fussballexpertise im obersten Gremium des Clubs stärken. Gleichzeitig beteiligte sich Degen mit 10 Prozent am FCB.

Es schien ein «perfect match» zu sein: Versprach Degen, nebst frischem Kapital und Know-how, doch eine gehörige Portion Lokalkolorit samt FCB-Nostalgie. Jene Fans, die mit dem introvertierten Zahlenmenschen Burgener nie richtig warm wurden, schienen fürs Erste befriedigt.

Doch die «strategische Partnerschaft» zwischen Mehrheitseigner Burgener und Minderheitsaktionär Degen entwickelte sich in den letzten Monaten zum Grümpelturnier samt Blutgrätschen. Eigentlich wollte der ehrgeizige Juniorpartner Degen seine sportliche Expertise in die Clubführung miteinfliessen lassen. Doch Degens fussballerischen Ambitionen konfligierten zusehends mit Burgeners buchhalterischer Optik. Diese verlangt ein Gesundschrumpfen des Clubs aus den schwindelerregenden Budgethöhen einstiger Champions-League-Erfolge. Die sportliche Misere zuletzt nährte noch die Zwietracht. Inzwischen herrscht Eiszeit zwischen Burgener und Degen. Man kommuniziert über Anwälte.

Millionenverlust und Geisterspiele

Währenddessen verschärft sich die finanzielle Lage beim Traditionsclub und Serienmeister zusehends: Fürs Geschäftsjahr 2019 wies der FC Basel einen Verlust von gegen 20 Millionen Franken aus. Dies bei Gesamteinnahmen in der Höhe von 70 Millionen. Davon gehen alleine 50 Millionen für Personalkosten weg. In der Pflichtpublikation des FCB zum Abschluss 2019 wird der Millionenverlust damit begründet, der Club habe bewusst «auf lukrative Transferangebote für mehrere Spieler verzichtet, um europäisch dabei zu sein und den Wert der Spieler zu steigern».

Das mag stimmen. Doch die Corona-Krise hat die Verhältnisse im Schweizer Spitzenfussball nochmals kräftig durcheinandergewirbelt. Der erzwungene Spielunterbruch und die pandemiebedingten Geisterspiele haben eine zentrale Ertragsstütze des Clubs wegbrechen lassen. So erzielte der FC Basel im letzten Geschäftsjahr einen Viertel seiner Einnahmen aus Ticketverkauf und Stadionwirtschaft. Leere Ränge bedeuten also leere Clubkassen. Insofern überrascht es wenig, dass Mehrheitseigner und Präsident Bernhard Burgener für den FC Basel händeringend eine finanzielle Lösung finden muss.

Dass die Centricus-Banker sich mit einer Minderheit am FCB begnügen würden, mag erstaunen. Doch der britische Assetmanager sieht sein intendiertes Investment offenbar in einem grösseren Zusammenhang. Die Rede ist von einem strategischen Engagement in der Region Basel, das weit über den Fussballclub hinausgehen soll. So ein Commitment der Briten wäre wohl auch nötig. Denn die Meinung unter den Fans am Rheinknie ist gemacht: Ein neuer FCB-Investor müsse zwingend aus der Region stammen und mit dem Club verbunden sein.

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In der Nachspielzeit

Bernhard Burgener Dem Medienunternehmer droht eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe.

Dieser Tage erhielt das Landgericht München I dicke Post. Es ist ein 76-seitiger Antrag auf Klagezulassung. Eingereicht von Bernhard Burgeners schärfstem Widersacher Dieter Hahn. Der ehemalige Grossaktionär und Aufsichtsratsvorsitzende von Constantin Medien fordert darin, dass der Unterhaltungskonzern Schadenersatzansprüche geltend machen soll gegenüber Burgener als ehemaligem Constantin-Chef beziehungsweise gegenüber dem jetzigen Vorstandsvorsitzenden Olaf Schröder. Rund 4 Millionen Euro soll Burgener an Constantin zahlen, Schröder deren 32 Millionen.

Der Vorwurf: Unredlichkeiten und grobe Pflichtverletzungen. Der Hintergrund: Burgener soll – noch als Constantin-Chef – aktiv darauf hingewirkt haben, dass der Medienkonzern die Stimmrechte an der eigenen Tochter, Highlight Communications, nicht ausüben konnte. Auf diese Weise war das Projekt «Casablanca» des Aufsichtsrats, nämlich das Konglomerat einzudampfen und die Filmsparte zu verkaufen, blockiert. Der Baselbieter Unternehmer behielt fortan die Kontrolle über die Mediengruppe, «und zwar unabhängig davon, ob er Constantin Medien kontrollierte oder bei ihr Organfunktion ausübte», wie es im Klageantrag heisst.

Bernhard Burgener wollte zum Klageantrag keine Stellung nehmen. In seinem Umfeld spricht man von einer «Retourkutsche», nachdem Constantin Medien in diesem Frühjahr Klage gegen Dieter Hahn erhoben hatte wegen möglicher Pflichtverletzungen bei Hauptversammlungen der Gesellschaft. Constantin macht vor Gericht Schadenersatzansprüche geltend.

Play it again, Sam

Dass der Rechtsstreit zwischen Hahn und Burgener erneut aufflammt, ist erstaunlich. Im letzten Sommer trat Dieter Hahn als Aufsichtsratsvorsitzender von Constantin ab und reduzierte in der Folge seinen Anteil am Medienkonzern auf unter 3 Prozent. Der Kampf um die Kontrolle bei Constantin war zugunsten Burgeners entschieden.

Mit dem Klageantrag vor dem Landgericht München geht der Disput in die Verlängerung. Burgener und Co. droht ein teures Nachspiel für jenen harten Abwehrkampf, der im Sommer 2015 seinen Anfang nahm, als die «Casablanca»-Pläne des Aufsichtsrats Burgeners Vormachtstellung innerhalb der Mediengruppe zu gefährden drohten.

Damals ergänzte Burgener – noch in seiner Funktion als Constantin-Chef – mit seinem Vertrauten Martin Hellstern die Konditionen eines bestehenden Firmenkredits. Hellsterns Firma Stella Finanz hatte nämlich gegenüber Constantin Medien Darlehen in der Höhe von 26 Millionen Franken und 12,5 Millionen Euro ausstehend. Als Sicherheiten verpfändete Constantin Medien mehr als die Hälfte aller ausstehenden Aktien ihrer wertvollsten Firmentochter, Highlight Communications, an Stella Finanz.

Zum Zeitpunkt der Ergänzungsvereinbarung waren die Stella-Darlehen gemessen am damaligen Marktwert der Highlight-Aktien fast dreifach übersichert. Burgener verlängerte den Rückzahlungstermin für das Darlehen um ein Jahr, wobei sämtliche Highlight-Aktien verpfändet bleiben sollten, selbst wenn Constantin vorzeitig einen Grossteil der Kredite tilgen würde. Weiter gab der heutige FC-Basel-Präsident gemäss Klageantrag bei der Wirtschaftskanzlei Meyerlustenberger Lachenal ein «Memorandum» in Auftrag, das sinngemäss besagte, Stella habe nicht bloss Pfandrecht an den Highlight-Papieren, sondern sei «Vollrechtsinhaberin und Aktionärin».

Rückabwicklung annulliert

Dieser Rechtsauffassung folgend hatte Constantin auch die Stimmrechte der verpfändeten Highlight-Aktien für die Darlehensdauer an Stella abgetreten. Doch Burgener habe dies weder vor Abschluss des Vertrages noch danach «seinen Vorstandskollegen und dem Aufsichtsrat von Constantin Medien» zur Kenntnis gebracht. Hahns Anwälte sind der Auffassung, Burgener habe damit die «Pflichten zur ordnungsgemässen Vermögensfürsorge, Treue, Loyalität und Interessenwahrung gröblichst verletzt».

Burgener gab auf Ende 2015 seinen Rückzug als Constantin-Chef bekannt. Und die Spitze des Medienkonzerns um den Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hahn kündigte bald danach den Darlehensvertrag mit Stella auf. Constantin versuchte so, der eigenen Highlight-Aktien beziehungsweise ihrer Stimmrechte habhaft zu werden. Doch Stella liess die Rückabwicklung im Sommer 2016 annullieren. Dazu steht im Klageantrag: «Offenkundig war Stella nicht bereit, sich vertrags- und rechtskonform zu verhalten, weil sonst der Dreh- und Angelpunkt der unlauteren Pläne des Herrn Burgener und des Herrn Hellstern weggefallen und diese umgehend gescheitert wären.»

Fehdehandschuh geworfen

An der Generalversammlung von Highlight Communications Ende 2016 war Stella jedenfalls die grösste stimmberechtigte Aktionärin und konnte so die Ausschüttung der Dividende von knapp 5 Millionen Franken an die klamme Constantin-Mutter blockieren, nicht zuletzt weil Burgener als Highlight-Präsident kurz vor der GV weitere Aktien aus dem Gesellschaftsbestand an Stella veräusserte. Gemäss letztem Highlight-Geschäftsbericht ist ein Grossteil des Kaufpreises von 26,4 Millionen Euro bis dato ausstehend.

Mit dem Klageantrag hat Hahn den Fehdehandschuh geworfen. Ob die Richter in München ihn aufnehmen beziehungsweise Constantin den eigenen Grossaktionär Burgener auf Schadenersatz einklagen muss, dürfte sich in den nächsten Monaten entscheiden.

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Heikles Dribbling

Bernhard Burgener Der Unternehmer will den FC Basel kaufen. Doch seine Sponsoring-Geschäfte mit der Uefa könnten den Vereinsdeal durchkreuzen.

Der ehemalige Videotheken-Betreiber Bernhard Burgener hat es weit gebracht. In weissem Laaser Marmor erstrahlt die Einfahrt zu seiner Villa im Aargauer Fricktal. Was protzig wirkt, war ein Schnäppchen. Burgeners Belag besteht aus Resten vom eigenen Marmorbruch. Ein Abfallprodukt, sagt er.
Typisch Burgener. Der Selfmade-Millionär sucht pragmatisch den maximalen Nutzen. An diesem Geschäftsgebaren scheiden sich die Geister. Bescheiden, sparsam und integer sei er, loben die einen. Eitel, geizig und unzimperlich, kritisieren die anderen.
Der Baselbieter Medienimpressario, der sich aus bescheidenen Verhältnissen hochgearbeitet hat, polarisiert. Nicht erst, seit am Rheinknie bekannt wurde, dass der Sport- und Filmvermarkter den FC Basel für einen zweistelligen Millionenbetrag kaufen und präsidieren will. „Ich habe ein Leben lang in starke Marken investiert“, sagt der 59-Jährige. „Sei dies Laaser Marmor, die Wiener Philharmoniker oder nun der FC Basel.“ Er sei seit Jahrzehntem dem Stadtclub eng verbunden. Vor Jahren sass Burgener bereits einmal im Vereinsvorstand. Mitte Januar sei FCB-Präsident Bernhard Heusler an ihn herangetreten, um eine „Basler Lösung“ für die eigene Nachfolge zu suchen. Burgener biss an.
Doch die blau-rote Liebe könnte zur „Liaison dangereuse“ werden. Das Engagement im grössten Schweizer Fussballclub befeuert nämlich den Konflikt im eigenen Medienimperium, wo seit zwei Jahren mit Haken und Ösen um die Stimmenmehrheit gekämpft wird. Es geht um die Film- und Unterhaltungsfirmen Constantin und Highlight Communications (siehe Grafik).
Zwar betont Burgeners Anwalt Martin Wagner, der auch im Verwaltungsrat von Axel Springer Schweiz sitzt, es handle sich beim Clubkauf um ein privates Investment seines Mandanten. „Der Kauf des FCB hat mit Highlight gar nichts zu tun.“ Zugleich kündigt Wagner aber an, dass Burgener sich – im Falle des FCB-Amtes – als Verwaltungsrat aus der Fussballvermarkterin Team zurückziehen werde.
Dort lauern die Interessenkonflikte: Die Firma Team Marketing handelt für den europäischen Fussballverband Uefa Verträge in Milliardenhöhe aus. Es geht um Medien- und Sponsorrechte an der Champions und Europa League. An beiden Ligen nimmt der FC Basel regelmässig teil.
Doch reicht der Rückzug aus den Highlight-Töchtern? Am Interessenkonflikt würde der Abgang wenig ändern. Burgener würde weiterhin im Doppelmandat die Team-Mutter Highlight Communications leiten, an der er beteiligt ist. Dass diese Gemengelage eigentlich nicht geht, sagte er vor Jahren selbst in der „Basler Zeitung“. Er müsse „neutral“ sein, so Burgener 2010. „Solange wir mit unserer Agentur Team die Champions League und weitere Formate vermarkten, übernehme ich keine Funktion in einem Verein.“

Kontrolle verlieren
Das FCB-Präsidium könnte zum Beschleuniger von Burgeners Abgang bei Highlight werden. Ihn haben bereits vor zwei Jahren Aktionäre um den deutschen Dieter Hahn als Chef der Konzernmutter Constantin Medien abgesägt. Sie haben ihm nie verziehen, dass er sich das deutsche Filmstudio geschnappt hatte. Mit fremdem Geld.
1999 hatte Burgener seine Highlight an den „Neuen Markt“ in Frankfurt gebracht. Der Börsengang spülte viel Geld in die Kriegskasse. Damit kaufte er 2002 dem Medienmogul Leo Kirch einen ersten Anteil an Constantin ab. Das Filmstudio war eine Perle. Produzent Bernd Eichinger ein Star. Bald baute Highlight die Beteiligung an Constantin zur Mehrheit aus, was für Irritationen bei Eichinger sorgte.
Die Börsenkotierung der Highlight war für Burgener Fluch und Segen zugleich. Er hielt zu wenig Aktien, um seine Firma kontrollieren zu können. Immer wieder musste er sich mit umstrittenen Methoden behelfen, um seine Macht zu sichern. Etwa indem Tochtergesellschaften Aktionärin der Mutter wurden. Oder über Umstrukturierungen des Konzerns.
Und so dreht sich auch der heutige Streit zwischen den Constantin-Grossaktionären Burgener und Hahn um die Frage, wer die Kontrolle ausüben kann. Kurz vor seiner Ablösung bei Constantin sicherte sich Burgener mit einem Kniff die Kontrolle über die Tochter Highlight, an der Constantin 60 Prozent hält. Dazu nahm Burgener im Namen der Constantin einen Millionenkredit bei einer von einem Intimus gegründeten Firma namens Stella Finanz auf. Als Sicherheit hinterlegte er den Grossteil der Aktien, welche Constantin an Highlight besitzt. Seither liegen 50 der 60 Prozent in einem von Stella kontrollierten Depot. Die Stimmen sind blockiert.

Gute Bekannte
Der Countdown tickt. Die Rückzahlung des Kredits ist eingeleitet. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Constantin die Stimmrechte zurückerhält. Dann dürfte Burgener die Kontrolle über seine Highlight verlieren. Wenn es ihm nicht noch gelingt, die Kleinaktionäre auf seine Seite zu ziehen. Für Burgener geht es um alles: Constantin will aus dem Filmgeschäft, das er so liebt, aussteigen und sich auf die lukrativen Sportrechte konzentrieren – das Geschäft, das sich mit dem FCB-Präsidium so schlecht vereinbaren lässt. Noch gibt Burgener nicht auf: Es müsse eine Einigung her, betont er. Ist der FCB am Ende die Exitstrategie für eine Zeit nach Highlight? Burgeners Eintritt in die Basler Gesellschaft, deren Kontakt er bisher scheute? Wie das geht, hat ihm eine Bekannte vorgemacht: Auch Gigi Oeri war in Basel eine Exotin, bevor sie mit Einsatz und Kapital beim FCB einstieg. Mehr schlecht als recht passte sie zu den Roche-Erben, in deren Familie sie sich eingeheiratet hatte. Doch sie führte den FCB zu alter Grösse zurück. Dafür wird man am Rheinknie heiliggesprochen.